Die isolierte Lage der WHU schweißt zusammen

In der Ausbildung bildet sich der sogenannte „WHU Spirit“ heraus, ein Gemeinschaftsgefühl, das auch als Eintrittskarte in ein wertvolles Netzwerk dient. „Durch die kleine Semestergröße entsteht eine Gemeinschaft“, sagt Christopher Kabakis, der als Business Coach arbeitet. Auch die isolierte Lage des Campus in dem Kleinstädtchen Vallendar am Rhein schweißt zusammen – es fehlen Ablenkungen wie in Berlin oder London. Neben Kursen zu Entrepreneurship wird Eigeninitiative mit dem Engagement in 25 ehrenamtlichen Uni-Initiativen gefördert, von Hilfsprojekten bis zur Start-up-Konferenz. „Die Jahre an der WHU gehen nicht spurlos an einem vorbei“, sagt Kabakis. „Gruppenzwang und Druck sind hoch, weil man sich einem straffen Programm unterwirft und sieht, wie sich die anderen anstrengen – du wirst durch die Ambitionen und die kompetitive Atmosphäre angesteckt.“

Kabakis hat selbst eine e-Commerce-Firma für nachhaltige Möbel gegründet. „Es hilft, wenn man keine Bedenkenträger um sich hat, sondern viele, die Risiken eingehen, dich motivieren, oder dir helfen, wenn du gründen willst”, sagt er. „Du findest es vielleicht dann eher nicht normal, wenn du nicht gründest.“ Sein Start-up scheiterte zwar, mit der richtigen Idee und einem guten Team würde er trotzdem einen zweiten Versuch wagen.

Erfolgreiche Gründer wie Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer kehren zur jährlichen IdeaLab-Konferenz nach Vallendar zurück, um Studenten zu motivieren – und rekrutieren dort auch Nachwuchs-Talente. Wenn Absolventen Ex-WHUler anmailen oder in Netzwerken wie Xing oder Linked-In anschreiben, ist eine Antwort fast garantiert – und WHUler duzen sich, selbst wenn sie sich nicht kennen. „Der WHU-Spirit hilft, weil in vielen Unternehmen WHUler sitzen”, sagt Junique-Gründer Sebastian Hasebrink. „Man hat eine andere Möglichkeit, an Leute heranzugehen.“

Auch bei Fragen zu seinem Start-up kann er sich jederzeit Ratschläge bei Experten einholen – weil sein Freundeskreis zu einem Großteil aus WHUlern besteht.