Es ist die Woche der Finanzierungsrunden, Übernahmen – und der Studien, die sich mit der deutschen Start-up-Szene beschäftigen.

Neuer Milliardenplan von Oliver Samwer: Der Rocket-Chef sammelt gerade Geld für einen neuen Fonds mit dem Titel Rocket Internet Growth Fonds. Statt eigene Gründungen hochzuziehen will sich Rocket damit stärker an reiferen Start-ups beteiligen. Entsprechend hoch ist der Finanzbedarf: Eine Milliarde Euro soll das Fondsvolumen betragen.

Geld hat am Dienstag auch Windeln.de investiert und seinen spanischen Mitbewerber Bebitus übernommen – zu einem noch unbekannten Kaufpreis. Für den Online-Händler ist es bereits die zweite Übernahme in diesem Jahr. Erst im April hatte das Unternehmen das tschechische Start-up Feedo übernommen.

Das Preisvergleichsportal Stylelounge hat in einer Finanzierungsrunde ein halbes Jahr nach dem Start 2,3 Millionen Euro eingenommen. Das Hamburger Start-up ermöglicht es, Preise und die Verfügbarkeit von Kleidung und Accessoires im Internet zu vergleichen, darunter auch die Online-Shops von Zalando und Adidas. Auch Cashboard hat zwei Millionen eingesammelt. Ein Viertel der Finanzspritze musste das Fintech-Start-up jedoch schon wieder ausgeben, um seine Crowdanleger loszuwerden.

Anfang des Jahres kündigte Westwing zukünftig nicht nur einen Shoppingclub zu betreiben, sondern ein Online-Einrichtungshaus zu eröffnen, vorerst nur zur Probe. Außerdem hat das Unternehmen in diesem Jahr schon zwei Finanzierungsrunden mit einer Gesamtsumme von mehr als 55 Millionen Euro hinter sich.

Verständlich, dass auch die Gerüchte um Börsenpläne nicht so richtig verstummen wollten: Diese sind nun möglicherweise vom Tisch – auf unbestimmte Zeit verschoben, wie es so schön heißt. Grund dafür sind anhaltend rote Zahlen und einem Wachstum von nur noch 55 Prozent.

Der Erfolg eines Start-ups lässt sich häufig schon in der Gründungsphase erkennen, sagt zumindest eine neue Studie der Harvard Business School. Die Studie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass es schon in der Frühphase der Gründung Indikatoren gibt, wie marktfähig ein Unternehmen sein wird, wie viel Erfolg es also haben wird: Unternehmen, die von Experten und Nutzern schon früh positiv bewertet wurden, erreichten deutlich schneller und erfolgreicher das Level der Kommerzialisierung.

Passend dazu hat sich in dieser Woche der Global Venture Capital Report der Venture-Capital-Datenbank CB Insights die vielversprechendsten deutschen Start-ups angeschaut. Gewinner und zugleich das bekannteste Start-up ist der Online-Shop Juniqe. Die Berliner Jungunternehmer bieten die Werke von Hunderten internationaler Künstler nicht nur als Kopie zum Aufhängen an, sondern bringen sie auf Wunsch auch auf Shirts, Bettwäsche und Handyhüllen.