Napster

Als im Jahr 1999 der Tauschdienst Napster startete, bot er etwas an, das es so vorher noch nie gegeben hatte: Musik über digitale Datenträger tauschen – komplett umsonst. Die Methode, die heute zum Alltag geworden ist, war damals nahezu revolutionär. Die Musikindustrie zog jedoch schnell gegen Napster vor Gericht – denn sie verdiente durch das Start-up kein Geld an den Liedern.

Ein US-Gericht verhängte am 05. März 2001 eine einstweilige Verfügung: Napster durfte keine kommerziellen Lieder mehr verwenden. Doch nur wenige Wochen später zerrte die Band Metallica das Start-up vor Gericht: Über Napster könnten weiterhin kommerzielle Lieder heruntergeladen werden, hieß es. Auch die Musikindustrie klagte erneut – mit Erfolg. Im Frühjahr 2001 musste Napster nach einer weiteren Niederlage schließen.

Auch in Deutschland sorgte Napster für Aufsehen, allerdings nicht auf andere Art: Der Medienkonzern Bertelsmann sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, den Dienst finanziell unterstützt zu haben, und wurde in den USA auf Schadensersatz in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar verklagt. Am Ende einigte sich Bertelsmann mit Warner Music auf einen Vergleich in Höhe von 60 Millionen Euro.

Inzwischen gibt es Napster wieder, allerdings mit einem neuen Geschäftsmodell und rechtlich einwandfrei.

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