Jamba

Ein älteres Beispiel dafür, wie Start-ups rechtlich Probleme bekommen können, ist der einstige Klingeltonanbieter Jamba. Gegründet wurde er im Jahr 2000 unter anderem von drei bekannten Brüdern: Marc, Oliver und Alexander Samwer, die das Unternehmen später für einen dreistelligen Millionenbetrag an Verisign verkauften.

Das Geschäftsmodell des damaligen Start-ups funktionierte über aggressive Werbung – und Abonnements. Genau deshalb bekam Jamba Ärger. Denn die Werbung richtete sich gezielt an Jugendliche. Dass sie für einen Klingelton ein Abonnement abschlossen, war aus der Fernsehwerbung jedoch nicht immer sofort ersichtlich, trotz eingeblendeten rechtlichen Regelungen. So luden einige Jugendliche Jamba-Angebote herunter – und konnten am Ende ihre Rechnungen nicht bezahlen.

In einem Urteil des Amtsgerichts Berlin Mitte entschieden die Vorsitzenden, dass die Eltern für diese Rechnungen nicht aufkommen müssen (Urteil vom 28.07.2008, Az. 12 C 52/08). Da die Eltern das Abonnement vorher nicht erlaubt hatten, hatte Jamba kein Recht auf die Zahlung der Dienstleistung.

Der BGH schaltete sich ein

Noch empfindlicher traf Jamba ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts aus dem Jahr 2011. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hatte zuvor entschieden, dass einige Geschäftspunkte gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag verstießen. In seinem Urteil von 2011 bestätigte das Berliner Verwaltungsgericht die beanstandeten Punkte. „Das Angebot wird beanstandet, da es entwicklungsbeeinträchtigend für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist“, hieß es in der Urteilsbegründung. (Beschluss vom 21.9.2011 ; Az.: VG 27 L 60.11).

Auch der Bundesgerichtshof schaltete sich ein und Verbot beispielsweise Klingeltonwerbung in Jugendmedien (Urteil vom 06. April 2006, Az. I ZR 125/03). Jamba zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und sah sich nicht davon betroffen.

Die Samwers verkauften das Start-up zwar bereits 2004. An ihren Geschäften kamen jedoch schon damals Zweifel auf.

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