Ein Beispiel für ein solches Start-up, das aus Oldenburger Studierendenkreisen hervorging, war 2005 SmarAct: Mit der Idee zu einem Mikroroboter ging es vor zehn Jahren los. Heute hat das Unternehmen mehr als 60 Mitarbeiter und Kunden in ganz Europa und den USA – eine typische Erfolgsgeschichte. Hauptsitz: noch immer Oldenburg.

Und auch im Allgäu ist man sicher, dass die ländliche Region ein kleines Start-up-Mekka sein kann. Vor einigen Wochen startete dort StartupsAllgäu – ein Inkubator auf dem Land. Die Initiatoren wollen damit in der Provinz einen Brutkasten für innovative Ideen bieten. Die Köpfe dahinter sind alle im Allgäu aufgewachsen und dort mit ihren eigenen Unternehmen bereits seit Jahren erfolgreich. Einer von ihnen ist Stefan Bartenschlager. Er ist selbst Gründer und Geschäftsführer der Werbe- und Internetagentur InsideAll sowie Mitgründer und Geschäftsführer der expandierenden Fitness-Franchisekette hello fit. Die StartupsAllgäu-Initiatoren kennen die Berliner und Münchner Szene mit ihren Inkubatoren und setzen darauf, dass sich ähnliches auch im Allgäu verwirklichen lässt: “Da es auch hier in der Region hochwertige Fachhochschulen und motivierte, junge Gründer gibt, entstand die Idee, hierher einen Inkubator zu bringen”, so Bartenschlager. Etwas Derartiges habe es in der Region bisher nicht gegeben. “Da wollten wir eine Lücke schließen.” Nach knapp sechs Wochen gibt es schon 36 Bewerbungen und viele vielversprechende Ansätze, so Bartenschlager. Darunter unter anderem Ideen für Fitness-Apps und Gründungsideen für die Reisebranche.

Die höchsten Investitionssummen in Technologie-Start-ups

Delivery Hero (Berlin)
656.7 Millionen US-Dollar
Bigpoint.com (Hamburg)
460.5 Millionen US-Dollar
BestSecret.com (Aschheim)
248.0 Millionen US-Dollar
WestWing (München)
149-.1 Millionen US-Dollar
SoundCloud (Berlin)
123.3 US-Dollar

Die Floskel „Man kennt sich“ scheint für Regionen abseits von Berlin und Co. für Start-up-Gründungen zudem ein entscheidender Erfolgsfaktor: „Oldenburg ist übersichtlich“, sagt Bath. Hier hätten potentielle Gründer konkrete Ansprechpartner, die leicht zu finden seien. „Man kann leichter Empfehlungen aussprechen, weil man sich kennt. Das ist in einer Metropole natürlich anders. Da gibt es eine Vielzahl von Beratungsmöglichkeiten, die zwangsläufig häufig anonymer ablaufen.“ In der Metropole sei man einer von vielen – in den Regionen können spannende Ideen schnell ein großes Alleinstellungsmerkmal sein. Das sieht auch der Allgäuer Bartenschlager: “Wir haben den Vorteil, dass wir durch kurze Wege recht schnell reagieren können.” Bewilligungsprozesse seien sehr viel schneller als bei großen Unternehmen. “Wir können innerhalb von ein paar Tagen einen Termin mit den Entscheidern anbieten und auch Seed-Finanzierungen auf dem kurzen Weg von bis zu fünf Millionen Euro bereitstellen”, sagt Bartenschlager. “So etwas gibt bei großen Venture-Capital-Unternehmen so oft nicht.” Den Vorteil wolle man auf dem Land nutzen.