Fazit: Individuelle Zusammenstellung nötig

Fassen wir zusammen: Zu den Muss- beziehungsweise absoluten Sollte-Versicherungen für alle Selbstständige zählen Kranken- und Rentenversicherung sowie Betriebshaftpflicht- und Inhaltsversicherung. Auch Berufsunfähigkeit und Unfallversicherung sind dringend ratsam. Für viele Selbstständige dürften zudem Krankentagegeld- und Betriebsunterbrechungspolice eine gute Investition sein. Je nach Branche ist darüberhinaus für manche Gründer eine Vermögenshaftpflicht oder Produkthaftpflicht fast unverzichtbar, ebenso eine Elektronik- oder Maschinenversicherung sowie eine Betriebskostenversicherung.

Eine Versicherungsstrategie für alle Unternehmer gibt es jedoch nicht. Ob ein Risiko groß, mittel oder klein ist, unterscheidet sich nach Branche und Ressourcen. Von Kombilösungen und Paketversicherungen für Existenzgründer raten BvU und DVS daher ab. Zumindest müsse genau geprüft werden, ob die Kombination für den einzelnen Gründer passt.

Tipps: Gründer sollten sich zuerst bei ihren Berufsgenossenschaften erkundigen, welche Versicherungen verpflichtend oder ratsam sind. Branchenunabhängige Ratschläge und Informationen für Existenzgründer hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in einer Ausgabe des Magazins Gründerzeiten zusammengefasst. Eine Broschüre des BvU ist für 5,89 Euro bestellbar. Mehr Informationen über die klassischen Personenversicherungen erhalten (angehende) Selbstständige in einer Broschüre des DIHK. Für persönliche Beratung zum Versicherungsbedarf können Gründer BvU oder DVS ansprechen. Eine Alternative sind Existenzgründungsberater, die neben anderen Gründungsangelegenheiten auch Versicherungsfragen durchgehen. Man findet sich zum Beispiel über die Startothek. Für konkrete Vertragsabschlüsse sollten Gründer unabhängige Versicherungsberater oder Versicherungsmakler kontaktieren (statt Versicherungsvertretern, die nur einen Versicherer vertreten).