Haftpflichtversicherung(en)

Während sich der Bereich der Personenversicherung noch relativ wenig von der Angestelltenwelt unterscheidet, wird es bei den Sachversicherungen vielfältig und teilweise ungewohnt.

Ein eindeutiges und dickes Soll kommt der Haftpflichtversicherung zu. „Haftpflichtschäden sind weder in der Art noch in der Höhe kalkulierbar. Die Haftpflichtversicherung ist daher unentbehrlich“, meint Beraterin Jans. Die Deckungssummen sollten mehrere Millionen Euro betragen.

Allerdings gibt es nicht „die eine“ Haftpflichtversicherung. Meist sind mehrere Policen nötig. Zur Pflicht gehört selbstverständlich die Kfz-Versicherung für den Dienstwagen. Ein Muss gilt der Betriebshaftpflicht (für Gewerbetreibende Gewerbehaftplicht genannt, für Freiberufler Firmenhaftplicht). Wichtig sei, dass der Vertrag genau auf die Tätigkeiten des Gründers zugeschnitten ist, rät Jans. So bräuchten viele Selbstständige nicht nur eine Betriebshaftpflicht, sondern zusätzlich und vor allem eine Vermögensschadenhaftpflicht.

Während Erstere für Sach- und Personenschäden aufkommt (bspw. ein Mitarbeiter verletzt versehentlich einen Kunden oder beschädigt dessen Kleidung), springt Zweitere ein, wenn ein direkter Finanzschaden entsteht, zum Beispiel wegen Rufschädigung. Sie ist besonders für beratende und begutachtende Berufe wichtig und für einige wie Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Notare und Rechtsanwälte sogar Pflicht.

Unternehmer mit produzierendem Gewerbe sollten statt über eine Vermögensschadenhaftpflicht eher über eine Produkthaftpflicht nachdenken. Denn Hersteller haften für Produktmängel, auch wenn sie jene nicht selbst verschulden. Rückrufe von Produkten sind in der Produkthaftpflicht allerdings nicht inbegriffen. Wer will, kann hierfür eine eigene Rückrufkostenversicherung abschließen.

Jetzt ist jede Haftung abgedeckt? Falsch gedacht. Die Betriebshaftpflicht deckt keine Umweltschäden. „Jeder Betrieb, der nur einen Öltank besitzt, sollte eine Umwelthaftpflichtversicherung. abschließen“, sagt Jörg Heidemann, Referent beim Deutschen Versicherungs-Schutzverband (DVS). Der DVS berät wie der BvU Unternehmer in Versicherungsfragen, richtet sich aber nicht nur an Mittelständler, sondern auch an Großunternehmen.