Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Anders als bei der GbR ist die Offene Handelsgesellschaft für Kaufleute geeignet und nicht für Freiberufler oder Gründer eines Kleingewerbes. Alle Gesellschafter können die Geschäfte führen.

Für die Gründung ist nur ein formfreier Gesellschaftsvertrag, er muss also kaum offizielle Anforderungen erfüllen. Die Gesellschafter können sich darauf einigen, einen Gesellschafter zum Geschäftsführer zu ernennen, der dann alleiniger Chef wäre. Das Bundeswirtschaftsministerium empfiehlt bei der OHG, in jedem Fall einen schriftlichen Vertrag anzufertigen. Die Gesellschaft muss ins Handelsregister eingetragen werden.

Die Abkürzung OHG muss im Unternehmensnamen vorkommen. Abgesehen davon können die Gesellschafter aber frei entscheiden, ob sie die Firma nach sich selbst benennen oder einen neuen Namen für ihr Geschäft erfinden.

Für die Gründung ist wie auch bei der GbR und der KG kein Mindestkapital notwendig. Wenn irgendetwas schief läuft mit ihrem Unternehmen und sich etwa Schulden ansammeln, haften alle Gesellschafter mit ihrem privaten Vermögen. Wegen des Eintrags in das Handelsregister müssen die Gründer am Ende des Geschäftsjahres eine doppelte Buchführung mit Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen.

Eine OHG muss Umsatz- und Gewerbesteuer, aber keine Einkommenssteuer zahlen. Das müssen lediglich die Gesellschafter. Wer sich dazu entscheidet, gemeinsam mit einem Partner eine OHG zu gründen, darf keine Geschäfte im selben Segment wie die OHG für eine andere Firma betreiben. Er darf auch nicht in einer anderen Handelsgesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter auftreten. Dieses Wettbewerbsverbot ist gesetzlich geregelt.