Personengesellschaften

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist für mindestens zwei Gründer geeignet, die gemeinsam ein Unternehmen führen wollen. „Eine GbR wird häufig im freiberuflichen Umfeld genutzt“, sagt Alexander Hemmelrath, Partner der globalen Wirtschaftskanzlei Norton Rose Fulbright. Beispiele dafür wären Ärzte, die eine Gemeinschaftspraxis eröffnen wollen, Rechtsanwälte, die eine Kanzlei aufbauen, oder Reporter, die ein Journalistenbüro gründen. Auch für ein Kleingewerbe wäre diese Gesellschaft denkbar. Alle Gesellschafter sind dann gleichberechtigt.

Für die Gründung ist schon eine mündliche Vereinbarung ausreichend, allerdings empfiehlt das Bundeswirtschaftsministerium einen Gesellschaftervertrag. Vorlagen dafür gibt es bei den Industrie- und Handelskammern. Ein Handelsregistereintrag ist nicht notwendig.

Die Bezeichnung der GbR muss immer die Namen der Gesellschafter enthalten. Wer noch einen Firmennamen hinzufügen will, kann dies im Anschluss an die Namen machen. Ein Beispiel wäre: Heinz Hinz und Maria Müller, Sonnenschein, GbR.

Die Gesellschafter brauchen für die Gründung kein Mindestkapital. Allerdings haften die Gründer einer GbR nicht nur mit dem dort kumulierten Vermögen, sondern auch mit ihrem Privatvermögen zu gleichen Teilen. Das kann selbst dann gelten, wenn nur ein Gesellschafter haften müsste: Er kann dann einen anteiligen Ausgleich durch die anderen Gesellschafter verlangen.

Experte Hemmelrath hält die GbR deshalb für problematisch, wenn es um größere Unternehmen geht, „da man sich als Unternehmer die persönliche Haftung auf die Schultern lädt“, so der Anwalt.

Wenn es um Steuern geht, hat die GbR allerdings Vorteile. Das Bundeswirtschaftsministerium bezeichnet sie als „die steuergünstigere Variante“ in den ersten Jahren nach der Gründung. Das liegt daran, dass die Gesellschafter Verluste aus der Anfangsphase mit den Einkünften des Vorjahres verrechnen können – selbst dann, wenn sie im Vorjahr noch angestellt waren. Wer im Vorjahr also Einkommenssteuer gezahlt hat, kann die Verluste auf das Vorjahr zurück übertragen und kann so Steuern vom Finanzamt zurückerhalten. Das nennt sich Verlustrückbetrag. Seit 2002 ist er auf 511.500 Euro beschränkt.

Allgemein muss eine GbR Gewerbesteuer entrichten, nur bei einer Freiberufler-GbR entfällt die Zahlung. Die Gesellschafter müssen aber Einkommenssteuer zahlen. Wenn die GbR Waren ausliefert oder Leistungen anbietet, muss sie – je nach Produkt – 19 Prozent Umsatzsteuer oder den ermäßigten Satz von sieben Prozent abführen.