Ein-Personen-AG

Eines vorweg: Dass ein Start-up von Beginn an als Aktiengesellschaft firmiert, ist äußerst selten. Das gilt erst recht für die Ein-Personen-AG. „Eine Aktiengesellschaft als Rechtsform wählt ein Start-up eigentlich nur, wenn es von Anfang an absehbar eine Vielzahl an Aktionären beteiligen will“, sagt Härchen. Nach seiner persönlichen Erfahrung kommt das nur in Einzelfällen vor. Der Grund für die Vorsicht: Der Aufwand, eine Aktiengesellschaft zu führen, ist nochmal größer als bei der GmbH.

Denn bei der Ein-Personen-AG kann der Gründer zwar als Vorstand agieren. Allerdings braucht er für sein Unternehmen einen Aufsichtsrat und muss jährlich eine Hauptversammlung organisieren. Hinzu kommt, dass ein Notar die Satzung beglaubigen muss. Auch das Stammkapital ist höher angelegt: Das Start-up muss mindestens 50.000 Euro einbringen. „Für ein Start-up ist das eine Menge Holz“, sagt IHK-Experte Härchen.

Bei der Haftung gilt ähnliches wie bei der GmbH. Zwar haftet die Ein-Personen-AG nur mit ihrem Gesellschaftervermögen, allerdings kann der Einzelunternehmer bei Krediten immer aufgefordert werden, mit seinem Privatvermögen zu bürgen.

Ein Grund, warum Start-ups in seltenen Fällen trotzdem die AG wählen, ist gewöhnlich die Finanzierung, da sie so schnell an Kapital kommen. Allerdings merkt IHK-Experte Härchen an: „Start-ups finanzieren sich heute häufig auch über Crowdfunding, Crowdinvesting oder auch Business Angels.“ Eine Aktiengesellschaft eigne sich daher eher ab der zweiten Finanzierungsrunde.

 

Weitere Tipps und Hinweise finden Gründer und solche, die es werden wollen, auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums.

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