In der Baumschule Scholz im niedersächsischen Bad Zwischenahn werden die Bäume deshalb behutsam auf den Temperaturwechsel vorbereitet: 150 Nordmanntannen warten dort als „Wandertanne“, wie Kersten Scholz sie nennt, auf ihren festlichen Einsatz. Bevor es auf die Reise geht, kommen die Tannen einige Tage in eine Halle. „Damit sie sich an die Wärme gewöhnen“, sagt der 25-Jährige.

1,25 bis 2,25 Meter messen die lebendigen Miet-Bäume. Die Kunden in Bremen, Oldenburg und der Region können die Bäume in diesem Jahr erstmals liefern und später wieder abholen lassen. Damit die Tannen die Zeit im Topf überstehen, müssen sie vorher regelmäßig umgepflanzt werden. „Dadurch entstehen Feinwurzeln, mit denen sie später wieder anwachsen“, sagt Scholz. Trotzdem werden es wohl nicht alle schaffen.

Die Baumschule Scholz wiegt ihre Wandertannen nach den Feiertagen vorsichtig zurück in den Winterschlaf: Sie kommen in eine Halle, wo nach und nach die Temperatur gesenkt wird. Erst dann kommen sie wieder nach draußen, wo sie sich in der Erde zwei Jahre lang vom anstrengenden Weihnachtsgeschäft erholen sollen. Der Aufwand hat seinen Preis: 44 bis 79 Euro zahlen Kunden je nach Größe für eine Wandertanne, bei Happy Tree sind es 65 bis 80 Euro.

Doch ein gutes Gewissen ist auch für kleines Geld zu haben. Stefan Adler vom Naturschutzbund Deutschland rät, sich seinen eigenen Baum im Topf zu ziehen, am besten eine heimische Fichte. Die kann man dann im Topf in den Garten pflanzen und nur über Weihnachten ins Haus holen. Der Vorteil: Die Wurzeln werden nicht beschädigt und der Baum wird nicht ganz so groß. Allerdings braucht man dafür ein paar Jahre Geduld – zumindest, wenn der Weihnachtsbaum Zimmerhöhe haben soll.