Lassen sich die Herausforderungen zur Weihnachtszeit mit den Jahren leichter bewältigen? Lea Lange von Juniqe bezweifelt das: „Ich glaube, eine Routine stellt sich zur Weihnachtszeit nie ein – jedes Jahr passieren neue Dinge, die man nicht eingeplant hat.“ Dann müsse man eben einen kühlen Kopf bewahren. „Das können wir mittlerweile ganz gut.“ Sie rät jungen Start-ups: „Besonders wichtig ist es, alle Stakeholder früh genug auf den Weihnachtsandrang vorzubereiten. Partner, Produzenten, Lieferanten – und natürlich die Mitarbeiter, die in dieser Phase extra gefordert sein werden!”

Lesara-Chef Matthias Wilrich empfiehlt zudem, den zunehmenden Konkurrenzkampf nicht zu unterschätzen: „Gerade in der Weihnachtszeit ist das Geschäft hart umkämpft. Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass die potenziellen Kunden von einer enormen Vielzahl an Werbeversprechen überhäuft werden. Wer hier nicht untergehen will, muss sich breit aufstellen und mit seinen Kunden auf allen Kanälen kommunizieren.“

Auch Anna Alex von Outfittery kennt das Problem: „Zu Weihnachten buhlen einfach alle um die Aufmerksamkeit der Kunden.“ Daher müsse man sich vorab nicht nur überlegen, wie man mit steigenden Marketingkosten umgehe, sondern auch, wie man darüber hinaus hervorstechen könne. „Wir legen unseren versandten Outfits zur Weihnachtszeit einen handgeschriebenen Weihnachtsgruß bei – so eine persönliche Geste kommt eigentlich immer gut an.“

Unique-Fragrance-Geschäftsführin Carina Stammermann mahnt schließlich noch: „Seien Sie bereit, wenn das Geschäft durch die Decke geht – machen Sie aber auch nicht den Fehler, sich übermäßig vorzubereiten.“ Wer seine Lager bis zum Anschlag fülle, ohne eine konkrete Absatzprognose zu haben, nehme unternehmerisch ein hohes Risiko in Kauf. „Vielmehr empfehle ich Flexibilität – Was tue ich, wenn ich deutlich mehr als prognostiziert absetze? Was tue ich, wenn es deutlich weniger wird? So sind Sie immer gut vorbereitet.“