Das Wiener Start-up profitiert von der verzweifelten Suche vieler Firmen nach Software-Spezialisten. In das spezialisierte Recruiting fließt immer wieder viel Geld.

Die Gehälter beginnen bei 45.000 Euro – und steigen schnell nach oben an. Zahlreiche Positionen für Frontend- und Backend-Entwickler oder spezialisierte Programmierer sind auf der Seite von WeAreDevolopers zu finden. Gesucht von etablierten Firmen und Start-ups, die dringend auf IT-Unterstützung angewiesen sind.

Jetzt ist der IT-Fachverlag Heise Medien aus Hannover bei dem Start-up mit aktuell 55 Mitarbeitern eingestiegen. Für eine ungenannte Summe sichert sich der Verlag 10,1 Prozent an WeAreDevelopers. Heise soll dabei laut einer Pressemitteilung seine „Medien-Reichweite und den attraktiven Content für die IT-Community“ einbringen. Auch der Gründer der Factory Berlin, Udo Schloemer, sowie der Initiator der Code University, Thomas Bachem, gehören zu Gesellschaftern und Unterstützern der spezialisierten Personalplattform.

30.000 Software-Entwickler auf der Plattform

Dank der neuen Beteiligung mit „strategischer Komponente“ will sich WeAreDevelopers noch attraktiver für eine intensiv umworbene Zielgruppe machen. Innerhalb zwei Jahren ist das in Wien gegründete Start-up schnell gewachsen. Nach eigenen Angaben sind mittlerweile mehr als 30.000 Nutzer auf der Plattform registriert – der Großteil dürfte professionelle oder semi-professionelle Software-Kenntnisse mitbringen. Auf regelmäßigen Veranstaltungen bringt das Start-up die Entwickler zusammen.

Geld verdient WeAreDevolopers über die Vernetzung dieser Talente mit Arbeitgebern. Fast alle Firmen suchen nach IT-Fachkräften, insbesondere Entwicklern. Job-Anzeigen und die gezielte Aufbereitung und Vermittlung der Software-Spezialisten sorgen für Umsätze bei dem Start-up. Nach eigenen Angaben gehören schnell wachsende Digitalfirmen wie die Smartphone-Bank N26 oder auch Konzerne wie Daimler zu Referenzkunden von WeAreDevelopers. Mehr als 100 Unternehmen nutzten die Dienstleistungen bereits, teilt das Start-up mit.

Xing hat in dem Bereich zugekauft

Der Markt ist heiß umkämpft: Anfang April übernahm das Business-Netzwerk Xing das Start-up Honeypot für einen zweistelligen Millionenbetrag, der im besten Falle auf bis zu 35 Millionen Euro ansteigen kann. Auch Expertlead profitiert mit seinen flexibel zusammengestellten IT-Teams vom drastischen Fachkräftemangel in der Industrie.

Von Mitbewerbern wolle man sich durch eine enge Verbindung zur Entwickler-Community sowie durch das „ganzjährige Aktivsein in der Developer-Szene“ abgrenzen, sagt WeAreDevelopers-Mitgründer Benjamin Ruschin gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.