Bei „Code is the New Black“ entwickelten sie bisher die App Inspo, die bei der Produkterkennung von Kleidungsstücken hilft, sowie die Plattform CovetMe, die Nutzerinnen sozialer Netzwerke das gegenseitige Empfehlen von Trends und Produkten ermöglicht. „Früher hat man bei Google rotes Kleid als Suchbegriff eingegeben, das ist ja eine der schlechtesten Shoppingerfahrungen überhaupt“, erklärt Gründerin Tesch. Mit ihren Diensten wollten sie die Einkaufserfahrung erleichtern. Wer in der App ein Foto von einem Kleidungsstück mache, bekomme direkt ähnliche Angebote von Händlern vorgeschlagen. Das erspare langes Suchen und Frustration beim Einkauf. Verschiedene Start-ups arbeiten an so einem “Shazam für Mode”, wobei die Ergebnisse noch durchwachsen sind.

Durch das Hochladen von Selfies, auf denen Nutzerinnen die getragenen Produkte verlinken, und das Teilen der auf der Plattform empfohlenen Trends in den einschlägigen sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram, würden Nutzerinnen außerdem mit Gutscheinen der Kooperationspartner, wie beispielsweise dem Online-Versandhändler „Asos.com“ und „Mytheresa.de“, belohnt. „In erster Linie bespielen die Mädchen ihre Social Media Kanäle natürlich für sich selbst, aber wir wollen ihr Bewusstsein schärfen und ihnen zeigen, dass das was sie dort machen auch einen Wert für andere hat.“

Mehr als 10.000 Nutzerinnen hätten sich bisher auf der Plattform angemeldet, die meisten aus den USA. Dort sei man im Bereich digitaler Lösungen für die Modebranche bereits einen kleinen Schritt weiter. In Teschs Erfahrung seien die Unterschiede mittlerweile jedoch nur noch marginal und Investoren schauten aus den USA genauso nach Berlin.

„Die Technik menschlicher machen“

Katharina Bredies von der UDK wünscht sich für den deutschen Markt, dass die Konzepte der Produkte und Services sich in Zukunft noch stärker an den Bedürfnissen der Nutzer orientierten. Die Unternehmerin Lang sieht in dem Schulterschluss von Mode und Technik eine große Chance. Kleidung zu tragen, sei eine der menschlichsten Handlungen überhaupt. „Wenn wir da Technik mit hinein fließen lassen, dann machen wir auch die Technik menschlicher“, erklärt sie.

Ihr neustes Projekt geht genau in diese Richtung: Lang arbeitet an einer Ketten-Kollektion, die angetrieben von der eigenen Körperwärme durch kleine Sensoren zum Leuchten gebracht werden könnte. Damit wäre der Mensch dann sogar ein kleiner Energieversorger.