Derartige Probleme würden bei anderen Wearables wie Uhren und Armbänder  zwar nicht auftreten. Aber auch diese Hersteller stehen von Herausforderungen. „Da geht es eher darum, ob die Produkte aus Nutzerperspektive komfortabel zu bedienen sind, und die damit verbundenen Services sinnvoll erscheinen“, erklärt Bredies.

Lang stand bei ersten Entwürfen zum Beispiel vor dem Problem, wie ein Batteriesystem aufgebaut seien muss, das um den Hals passt und das filigrane Design der mit einem Lasercutter hergestellten Ketten nicht zu stark beeinflusst. „Das große Problem bei der Integration von Technik in Mode ist der technische Aufwand dahinter. Niemand möchte ein Kleid mit Generator am Rücken tragen.“ Auch die Waschbarkeit solcher technischer Kleidungsstücke ist schwierig. Bei der Entwicklung ihrer Produkte greift auch Lang deshalb auf die Expertise anderer zurück: Ohne die Hilfe von Technikern und Schmuckdesignern seien ihre Ideen gar nicht erst umsetzbar.

Auch das Mainzer Start-up Ambiotex setzt auf intelligente Kleidung und war damit 2014 Finalist beim WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb Neumacher. Gründerin Stephanie Renda und ihr Team haben vor allem Sportler und Fitnessfans im Auge. Sie haben ein T-Shirt entwickelt, das mittels eingenähter Sensoren die Herzfrequenz und andere Körperdaten misst. Mit der dazugehörigen App können Laktatwerte, Kalorienverbrauch oder Stresslevel ausgewertet werden. Die Kleidung wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen entwickelt.

Symbiose von Mode und Technologie

Noch einen Schritt weiter geht das Start-up Wearable Life Science: Mit der Modelinie „Antelope“ sollen Sportler ihre Leistung steigern können, indem die Kleidung durch integrierte Elektroden und Sensoren die Muskeln beim Training noch stärker stimuliert. Das Produkt ist für Läufer und Radfahrer verfügbar. Anfang Februar überzeugte Antelope auch die Jury der internationalen Sportmesse ISPO: Das Start-up wurde bei den Brandnew Awards im Bereich Sportwear ausgezeichnet.

Die wachsende Integration von Technik und Mode betrifft nicht nur Kleidung und Accessoires. Gründungen gibt es vermehrt auch im Bereich der digitalen Lösungen für die Mode- und E-Commerce-Branche. Unter dem Begriff „Fashion Tech“ – also der Symbiose von Mode und Technologie – verbergen sich vor allem Applikationen und Tools, die die Nutzer sozialer Netzwerke mit Marken und Händlern verbinden. Die Unternehmerin Yvonne Tesch gründete mit einem ähnlichen Ziel gemeinsam mit der Modejournalistin Jessica Hannan in Berlin eines der ersten Innovationshubs für die Mode und E-Commerce-Branche.