Woher sollen die Bewerber kommen?
Unger: Es gibt gerade im Mittelstand viele Menschen, die ein Problem gefunden haben und es lösen wollen. Aber das ist in den vorhandenen Strukturen häufig schwierig. Wenn die Lösung nicht zum Kerngeschäft der Unternehmen gehört, fehlt oft die Unterstützung der Vorgesetzten.

Experimentieren nicht genügend andere Mittelständler mit Inkubatoren?
Unger: Viele Mittelständler kämpfen schon damit, neue Einheiten aufzubauen, die nicht mit Blick auf das Kerngeschäft arbeiten. Das wollen wir unbürokratisch mit einem agil arbeitenden Team hinkriegen. Das Interesse aus dem Mittelstand, so etwas auch als Company-Building-as-a-Service anzubieten, ist groß. Das langfristige Ziel von WattX wird auch sein, mehr Partner aus dem Mittelstand zu involvieren. 

Stört dabei nicht die eigene Nähe zum Familienkonzern Viessmann?
Mittermeier: Wir bauen Unternehmen, die explizit nicht im Kerngeschäft von Viessmann liegen. Das wird in einer eigenen internen Digitaleinheit gemacht. Aber auch, wenn wir langsam als eigenständige Marke wahrgenommen werden, müssen wir diese Botschaft noch stärker in den Markt hineintragen.

Welche Aufgabe haben Sie dann in der Viessmann-Welt?
Mittermeier: Unser Ziel ist es, zur Diversifikation des Portfolios beizutragen und einen finanziellen Gewinn zu erzielen. Ob das durch den Verkauf von Start-ups an einen strategischen Investor geschieht oder durch andere Exit-Kanäle, ist für uns erst einmal zweitrangig. Im Mittelstand muss man sich eingestehen, dass es länger dauern kann, bis B2B-Geschäftsmodelle richtig an Fahrt aufnehmen. Wir haben da durchaus den Rückhalt, länger dabei zu bleiben – wir müssen nicht zwangsläufig nach fünf Jahren raus.