Jede Stunde eine Minipause sei ideal. Einfach mal tief durchatmen. Zum Beispiel nach dem „Blume-Kerze-Prinzip“: Durch die Nase einatmen (wie beim Blumen Riechen), durch den Mund aus (wie beim Kerzen Ausblasen). „Das ist im Alltag zwar nicht immer machbar, aber zumindest sollte eine Stressphase nicht länger als zwei Tage anhalten“, sagt Goos. Wirklich besorgniserregend sei es, wenn man sich selbst nicht mehr daran erinnern könne, wann man das letzte Mal völlig entspannt war.

Albert Pietzko, Diplompädagoge und Gesellschafter der auf Werte- und Gesundheitscoaching spezialisierten Unternehmensberatung Heiligenfeld,  stimmt dem zu. Er rät auch zu längeren Urlauben. „Zwei Wochen genügen kaum zum Regenerieren, da der Stress vorm Urlaub meist besonders stark ist,“ meint der Berater. Pietzko hatte früher ein Ausbildungsinstitut für Psychotherapie und coacht heute zusammen mit dem Ärztlichen Direktor der Heiligenfeld Kliniken Joachim Galuska Unternehmer in der Burnout-Prävention.

Kleine Erfolge feiern

Im Alltag hilft gegen belastenden Stress zum Beispiel Yoga  oder die sogenannte achtsamkeitsbasierte Stressreduktion MBSR  (mindfulness-based stress reduction). Bei der MBSR geht es darum, die eigenen Gefühle und Gedanken wieder bewusst im Hier und Jetzt wahrzunehmen. Achtsamkeit ist allerdings wie jeder Hype etwas überschätzt: MBSR wirkt, aber nicht mehr als Standardentspannungsübungen. Gut ist, was gut tut, nicht was gerade en vogue ist.

Laut Neurologin Goos ist es neben Entspannung wichtig, sich regelmäßig für Erfolge zu belohnen. „So wird wieder deutlich, wozu der Stress gut war.“ Ein Unternehmen aufzubauen ist langwierig. Aber auch kleine Erfolge lassen sich zelebrieren, etwa wenn die Homepage steht oder die erste Messe gut überstanden ist.