Deutschland braucht Gründer – das ist bekannt. Aber nicht jeder Mensch, der gründet, wird erfolgreich sein. Manchen fehlen Eigenschaften, die einen Gründer ausmachen.

Gründer lassen sich selten in eine Schublade stecken. Beschäftigt man sich allerdings gründlicher mit gründenden Menschen, zeigt sich, dass viele Eigenschaften immer wieder auftauchen. Welche persönlichen Eigenschaften sind wichtig? Welchen Stellenwert sollte das Know-how haben, welches das Studium?

Der Berliner Wirtschaftswissenschaftler David Scheffer hat in den vergangenen Jahren fast 400.000 Persönlichkeitsprofile gesammelt, darunter viele Gründer. „Wir haben bei den Gründern gemerkt, dass bestimmte Eigenschaften immer wieder auftauchen“, sagte der Wissenschaftler gegenüber der Gründerszene. „Aber natürlich hängt der Erfolg noch von vielen anderen Faktoren ab. Deswegen scheitern Gründer immer wieder, auch wenn ihr Persönlichkeitsprofil eigentlich gut passt.“ Auf den folgenden Seiten zeigt WirtschaftsWoche Gründer, durch welche Eigenschaften sich erfolgreiche Gründer auszeichen.

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 Selbstvertrauen

Selbstvertrauen ist nicht nur für Gründer wichtig, bei ihnen aber oft die Basis für den Erfolg, weil es die Überzeugung braucht, dass die eigene Idee gelingen kann. Wenn der Gründer nicht selbst an den eigenen Erfolg glaubt, wird er die Idee auch nicht an einen Investor und einen anderen Geldgeber verkaufen. Vorsicht geboten ist allerdings vor dem Verlust der Selbstkritik. Denn egal, wie genial eine Idee ist, sie hat garantiert auch ihre Schwächen. Ein guter Gründer sollte das wissen – und weiter daran arbeiten, anstatt die Probleme einfach zu übersehen.

Hilfe und Gemeinsamkeiten

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Hilfe zulassen

Die Idee ist festgefahren, das Geld weg – und plötzlich steht der Gründer vor einem Scherbenhaufen und nicht mehr vor dem eigenem Start-up. Sich Hilfe zu holen, muss keine Schwäche sein, sondern kann Stärke zeigen, vor allem dann, wenn es doch weitergeht – und man Menschen um sich hat, die helfen wollen. Wichtig ist in diesem Falle nicht selten auch die Familie: Wenn sie hinter dem Gründer steht, wird sie auch im Notfall zur Hilfe eilen.

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Empathie

Die Fähigkeit, die Emotionen und Absichten anderer zu erkennen und auf sie einzugehen, ist nicht nur als Manager eines großen Unternehmens wichtig, sondern auch als Gründer – nicht zuletzt, um in der Lage zu sein, mit den Mitarbeitern, aber auch mit dem Verhandlungspartner einen Nenner zu finden. Ein guter Gründer wie auch Chef fühlt sich in seine Mitarbeiter ein, fördert ihre Stärken und berücksichtigt ihre Schwächen. Dann nehmen auch die Mitarbeiter oder Geschäftspartner ihn ernst. Das kann übrigens auch bei der Produktentwicklung helfen: Wer sich gut in seine Kunden einfühlen kann, entwickelt eher ein Produkt, das dem Verbraucher auch gefällt.

Lernen

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Schnelle Auffassungsgabe

Lernfähigkeit ist an dieser Stelle genauso wichtig, wie ständig auf dem Laufendem zu bleiben und sich schnell und flexibel an Veränderungen des Marktes anpassen zu können. Gleichzeitig sollten Gründer aus Fehlern lernen – und ihre eigenen Erfahrungen machen. Es werden vor allem Menschen erfolgreich sein, die in der Lage sind, Muster zu erkennen und darauf zu reagieren.

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 Durchhaltevermögen

Das Sparschwein war noch nicht voll, die Neugier aber zu stark? Ein Gründer muss durchhalten können, denn bei den wenigsten Unternehmen wird es gleich richtig gut gehen – und niemals eine Durststrecke kommen. Macht der Gründer seine Arbeit gern, und hat er genügend Rückhalt im persönlichen Umfeld, wird er das alles einfacher schaffen. Fehlt diese Eigenschaft, wird er schneller bereit sein, aufzugeben.

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Fachliche Kompetenz

Für Gründer ist es unverzichtbar, nicht nur Buchführung und Steuerwesen zu beherrschen, sie müssen auch fachliche Kompetenzen mitbringen – alle unliebsamen Dinge können schließlich nicht ausgelagert werden. Hinzu kommen Branchenkenntnisse: Weiß ich genug über den Markt? Muss ich mir Hilfe holen? Der Gründer sollte sich deshalb im Vorfeld fragen, ob die Ausbildung oder das Studium wirklich gut auf die Gründerzeit vorbereiten, oder ob sich Fortbildungsmaßnahmen lohnen. Nicht vergessen werden darf dabei auch die oft vorhandende Lücke zwischen Praxis und Theorie. Erfolg haben werden vor allem solche Gründer, die schon einige Jahre in dem Breich gearbeitet haben, in dem sich zukünftig auch das Start-up ansiedeln soll.