Natürlich helfen solche Taschenspielertricks nicht dabei, dass das eigene Unternehmen langfristig erfolgreich wird. Jedoch wird so eine typische Journalistenfrage wahrheitsgemäß beantwortet, ohne sich gleich komplett in die Karten blicken zu lassen.

Noch besser wäre es aber, wenn Gründer zunächst hart arbeiten und dann mit wirklichen Erfolgsmeldungen in die Öffentlichkeit treten. Aber auch die Medien haben einen Anteil an dem Problem: Wenn sie Start-ups ganz zu Beginn hochjubeln, dann kann es ganz schnell eine Eigendynamik entwickeln, die Gründer kaum aufhalten können. Durch die viele Aufmerksamkeit können Start-ups den Fokus verlieren und beschäftigen sich folglich nicht mehr mit ihrer wichtigsten Aufgabe: Die eigene Idee zu etwas weiterzuentwickeln, dass der Nutzer liebt und daher dann regelmäßig nutzt.

Zusätzlich steigt der öffentliche Erwartungsdruck. Bestand die erste Pressemitteilung aus Halbwahrheiten, ist der nächste Schritt zur Lüge nicht mehr weit. Selbst wenn ein Teil glasklarer Lügen, mangels Zeit für Hintergrundrecherchen von der Presse unentdeckt bleiben würde, sollten sich Start-ups an die Wahrheit halten. Denn kein junges Unternehmen kann es sich leisten, Vertrauen zu zerstören. Denn so sagt das Sprichwort: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.