Neben den sechs Startups in der Baumwollspinnerei versuchen auch andere junge Unternehmer, ihre Ideen in Leipzig zu etablieren. Kathleen Neumann hat 2012 ihre Boutique Secret Closet eröffnet und damit eine Marktlücke in Sachsen geschlossen. In ihrem Geschäft verkauft sie skandinavische Mode, inspiriert von ihrer Zeit in Dänemark. Neumann hat vier Jahre in Kopenhagen gelebt und den skandinavischen Style dort hautnah kennengelernt und ihn dann mit nach Deutschland – in ihre Heimatstadt – gebracht.

„Am Anfang mussten sich die Leute an den Laden und die neuen Marken gewöhnen. Aber das hat nicht lang gedauert. Die Menschen in Leipzig sind offen für Neues und haben mein Konzept begeistert angenommen.“ Obwohl sich das Modeleben hauptsächlich in der Innenstadt Leipzigs oder im Szeneviertel der experimentellen Südvorstadt abspielt, hat sich Neumann bewusst dafür entschieden, ihren Laden dort nicht zu eröffnen. Secret Closet befindet sich im gehobenen Waldstraßenviertel, „das sich durch ein modeaffines und etabliertes Publikum auszeichnet“, beschreibt Neumann den Standort ihres Geschäfts. „Trotzdem ist die Waldstraße zentral gelegen und zu meinen Kundinnen zähle ich von Studentin bis Seniorin viele verschiedene Frauentypen.“

Hindernisse in ihrer Gründerphase musste die junge Unternehmerin auch überwinden: „Leipzig stand mir als Standort dabei aber nie im Weg. Man muss sich einfach auf die Stadt und ihre Menschen einlassen. Heute weiß ich zum Beispiel, dass neonfarbene Pullover nicht ganz so gut hier ankommen“, sagt Neumann.