Rewes Vorstoß in die Heimtierbranche war ein lang angekündigter Schritt. Bereits 2013 verriet Rewe-Chef Alain Caparros in einem Interview mit der WirtschaftsWoche, Zukäufe in den Bereichen Reisen, Wein und Tierfutter tätigen zu wollen. Nur kurze Zeit später beteiligte sich der Handelsriese an ZooRoyal – vor allem, um die fehlende Internet-DNA zu kompensieren. „Wir steigen damit in den Online-Tiernahrungsmarkt ein, der eine der am stärksten wachsenden Kategorien im deutschen und europäischen Online-Lebensmittelhandel ist“, sagt Lionel Souque, im Rewe-Vorstand zuständig für E-Commerce.

Auch die milliardenschwere RAG-Stiftung, die ab 2019 für die Folgekosten des auslaufenden deutschen Steinkohlebergbaus aufkommen soll, strebte vergangenes Jahr in den Markt und schnappte sich direkt den Marktführer unter den Online-Tierhändlern: Zooplus. Das 1999 gegründete Unternehmen vertreibt mehr als 8000 Produkte für alle wichtigen Heimtiergattungen, darunter vor allem Tierfutter und Zubehör wie Kratzbäume oder Hundekörbe. Mindestens 725 Millionen Euro, so prognostiziert es der Vorstand, sollen allein dieses Jahr online umgesetzt werden.

Tierhändler als Werbekunden

Das Investment erfolgte über die Münchner Maxburg Capital Partners, einem Private Equity Fonds, der aktuell ein Aktienpaket von mehr als zehn Prozent hält. Mit dieser Beteiligung wolle man vom stark wachsenden Online-Markt profitieren und vermehrt in den Mittelstand investieren, heißt es aus dem Unternehmen. „Zooplus ist als klarer europäischer Marktführer exzellent aufgestellt, um sich den Löwenanteil an diesen neuen Umsätzen zu sichern“, sagt Florian Seubert, Partner von Maxburg Capital Partners.

Auch ProSiebenSat.1 möchte von diesem Markt profitieren und beteiligte sich deshalb Ende Juli mit dem Prinzip „Media for Equity“ am Tierbedarfshändler ePetworld. Geld nahm der Konzern dafür nicht in die Hand – stattdessen soll der Online-Shop im Fernsehen beworben werden. „Mit unserer TV-Power und emotionalen Werbeumfeldern erreichen wir die passenden Zielgruppen, die für diese Produkte besonders empfänglich sind“, sagt ein Sprecher des Unternehmens.