Martin Brücher und seine Mitgründer stehen mit ihrem Problem nicht alleine da, denn tatsächlich zieht es gut qualifizierte Softwareentwickler vor allem in große Unternehmen, wie Google, Microsoft, Apple, SAP oder IBM. Start-ups versuchen unterdessen händeringend freie Stellen zu besetzen. Jobportale sind voll von immer gleich lautenden Gesuchen: „Softwareentwickler dringend gesucht“, steht da – und zwar von Hamburg bis Zwickau, von Berlin bis München.

Auch das Hannoveraner Start-up Energieheld sucht seit Wochen nach neuen Mitarbeitern im IT-Bereich – dringend natürlich. „Es ist nicht so, dass wir keine Bewerbungen bekommen“, sagt Mitarbeiterin Helen Bielek, „doch diejenigen, die bei uns anfangen möchten, sind leider nicht gut genug.“

Neue Erfahrungen sammeln

Wer die nötige Qualifikation mitbringt, ist darum heiß umworben. Einer von ihnen ist David Linner. Jahrelang arbeitete der studierte Informatiker als IT-Experte in großen Unternehmen wie dem Fraunhofer Institut Fokus und der Axel Springer AG. 2012 stieg er als Technischer Leiter und erster Entwickler beim Berliner Start-up Smartlaw ein, einem Dienst, mit dem man individuelle, unterschriftsfertige Verträge, Vereinbarungen oder Vollmachten erstellen kann.

Das Geld war es nicht, das David Linner lockte, denn branchenübliche oder gar überdurchschnittliche Gehälter zählten in der frühen Phase eines Start-ups selten zu den Pluspunkten, sagt er: „Gereizt hat mich vielmehr die Tatsache, dass man in einem Start-up auf der ‚grünen Wiese‘ arbeitet und sich zu 100 Prozent auf das Produkt konzentrieren kann.“