Erst muss der Markt wachsen, dann das Start-up

Nehmen wir an, Ihr Start-up bringt ein gutes Produkt auf den Markt, doch der Markt selbst ist noch sehr klein. Dann bringt es erst einmal nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, in welchem Land Sie noch erfolgreich sein können. Wenn irgendwann Angebot und Nachfrage der Konsumenten wachsen, wächst auch der Markt für Ihr Produkt. Dann heißt es: mitwachsen und das Unternehmen vergrößern – am besten auf Produktebene. Eine Expansion bedeutet nämlich nicht immer ein neues Land. Es kann auch heißen, im Heimatmarkt groß zu werden.

Die Konkurrenz machts vor? Das heißt noch gar nichts

Zurück zu den Neunmalklugen: Wenn der Konkurrent sein Segment ausbaut oder ins Ausland expandiert, ist unternehmerische Vorsicht geboten. Weil erstens nicht alles, was die anderen machen, ist gleichzeitig auch gut für mich. Und weil es zweitens von Nachteil sein kann, die Expansion gleich auch zu vollziehen.

Es bedarf einen eigenen Plan für Ihr Start-up. Das wichtigste dabei ist laut Thönnessen ein gutes Timing: „Durch die Expansion eines Konkurrenten können dem eigenen Unternehmen erhebliche Marktanteile abgenommen werden. Dies geschieht nicht nur über die Menge, sondern auch an Kostenvorteilen durch Skalierung oder Lerneffekte.“

Doch die Expansion in Auslandsmärkte bedeutet nicht immer auch Erfolg. Beispiel dafür ist Helpling, die Rocket-Internet-Tochter mit dem Putzlappen. Anfang 2015 schien es ein Vorbild für Entrepreneure zu sein: Großer Kundenstamm, 43 Millionen Euro Investment durch die zweite Finanzierungsrunde und so weiter.

Doch anscheinend hat sich Rocket überschätzt: Helpling will innerhalb von 18 Monaten 20 Prozent seiner Belegschaft entlassen und rudert aus Brasilien, Spanien, Schweden und Kanada zurück.