Mit der Software der Münchener können Firmen VR-Projekte ohne Programmierkenntisse umsetzen. Investoren stützen die Idee mit einer sechsstelligen Summe.

Nach New York reisen ohne die eigene Wohnung zu verlassen, durch den südamerikanischen Dschungel spazieren und dabei auf dem heimischen Sofa sitzen? Virtual Reality macht es möglich – und immer mehr Deutsche wollen dieses Angebot nutzen. Laut Digitalverband Bitkom hat bereits jeder dritte Bundesbürger schon einmal eine Virtual-Reality-Brille ausprobiert, 21 Prozent können es sich immerhin vorstellen und gar zehn Prozent besitzen schon ein eigenes Modell.

„Virtual Reality nähert sich dem Massenmarkt“, sagt Bitkom-Experte Sebastian Klöß. Hoch im Kurs stehen bei den Anwendern das Spielen von Computer- oder Videospielen, das Schauen von Filmen und der Besuch von Museen in weit entfernten Orten. Und auch Firmen nutzen Virtual Reality, etwa zur Produktpräsentation oder zur Mitarbeiterschulung.

Die Bayerische Beteiligungsgesellschaft ist neu an Bord

Von dieser Entwicklung profitieren Start-ups wie VRdirect GmbH. Die Münchener haben eine SaaS-Lösung entwickelt, um Virtual-Reality Projekte zu erstellen und zu verteilen – und das, so das Versprechen – ganz ohne Programmierkenntnisse.

Wie das Unternehmen bekannt gab, gab es dafür jetzt frisches Kapital. Neu eingestiegen ist die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft. Die bereits investierte SEK Ventures GmbH – das Investmentvehikel der drei Flixbus-Gründer – erhöht ihr Engagement. Insgesamt sei eine hohe sechsstellige Summe geflossen, sagte Geschäftsführer Rolf Illenberger, der vor der Gründung einige Jahre als COO von ProSiebenSat.1 Digital tätig war, gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Expansion in weitere Branchen geplant

Das Geld soll für die Expansion in weitere Branchen und Anwendungen genutzt werden. Auch eine Expansion innerhalb Europas stehe auf dem Plan: “Während in den USA, Japan und Südkorea Virtual Reality schon ein großes Thema ist, gibt es in unseren Nachbarländern wie Frankreich und Italien noch spannende Entwicklungsmöglichkeiten an denen wir teilhaben wollen.” Dazu, so Illenberger solle das aktuell 14-köpfige, internationale Team am Standort München weiter wachsen. Einstellungen seien geplant, aber die Suche nach Experten auf dem Gebiet gestalte sich als schwierig.

“Alleine dieses Jahr konnten wir sechs Dax-Konzerne für unser Produkt begeistern. Virtual Reality stößt auf breites Interesse, das Bewusstsein für eine sinnvolle Anwendung, beispielsweise im Bereich der Aus-und Fortbildung, ist bei den allermeisten Firmen vorhanden. Ich bin überzeugt davon, dass VR in den kommenden Jahren eine Standardtechnologie werden wird – auch im Mittelstand”, sagt Rolf Illenberger.

VRdirect wurde 2018 als Viond GmbH gegründet und arbeitet mit einer intuitiven Benutzeroberfläche, so dass 360-Grad-Bilder oder Filme möglichst unkompliziert und in wenigen Schritten in VR-Projekte umgesetzt werden können. Die erstellten VR-Inhalte sollen anschließend über jedes VR-fähige Gerät, Smartphones oder einen Webbrowser  veröffentlicht und in Echtzeit  aktualisiert werden können. Zu den Kunden des Start-ups zählen Siemens, E.ON und Porsche, die Deutsche Welle und der WDR.