In drei Geschäften, zwei in Leipzig, eins in Berlin, verkauft Edsor seit drei Jahren vor allem Krawatten und Einstecktücher. Das Geschäft für Maßhemden hatte Heitmeyer verkleinert, der die Manufaktur in einem Bieterstreit vom früheren Geschäftsführer Jan-Henrik Scheper-Stuke übernommen hatte.

Scheper-Stuke, den die „Bild“-Zeitung einmal als „Krawattenkönig von Kreuzberg“ bezeichnete, hatte Ende 2015 für Edsor Insolvenz angemeldet. „Jan-Henrik kenne ich aus der Branche“, sagt David Schirrmacher dazu, wie der Kontakt zustande gekommen sei. „Christian habe ich 2016 auf Mallorca kennengelernt.“ Bei Rotwein und Tapas hätten sie überlegt, wie aus Edsor mit derzeit 15 Mitarbeitern wieder ein marktfähiges Unternehmen werden könne – und sich dann auf einen Deal geeinigt. Der Preis der Übernahme soll indes nicht bekannt werden.

Schirrmacher nennt aber für das bestehende Geschäft aktuelle Zahlen: Der Monatsumsatz bei Von Floerke habe im vergangenen Jahr bei 400.000 Euro gelegen. Ziel bis Ende des Jahres seien 700.000 Euro pro Monat. Das 25-köpfige Accessoires-Start-up, das auch durch die „Die Höhle der Löwen“ bekannt wurde, will zudem weiter wachsen. Denn neben dem Edsor-Geschäft plant Schirrmacher ebenfalls zu expandieren: nach Österreich, die Niederlande, Belgien und Dänemark.

Dabei gingen frühere Expansionsversuche schief: Der erste Store in Wien sei nicht gerade von Kunden überrannt worden, gibt der Gründer zu. „Ich war nicht vor Ort und naiv, zu glauben, das könne funktionieren.“ Nur ein halbes Jahr nach der Eröffnung im Oktober 2015, hat Schirrmacher den Laden dicht gemacht.

Nun will sich der Bonner neben einem Geschäft in Köln auch in Düsseldorf und Münster niederlassen. „Mein Ziel ist es, dass sich Deutschland wieder besser anzieht – und die eigenen Klamotten selbst produziert.“ Handarbeit hierzulande lautet fortan Schirrmachers Agenda.