Die Plattform für Fitnessprodukte und Nahrungsergänzungsmittel sammelte jüngst Millionen ein – und übernimmt jetzt die Fitness-Food-Marke GymQueen. 

Für Vitafy war 2018 ein ereignisreiches Jahr: Im August verkündete das Start-up den Ausstieg seines Investors ProSiebenSat.1, nur vier Monate später sammelte das Ernährungs-Start-up zehn Millionen Euro von Cipio Partners und Venture Stars ein, um seine Eigenmarken zu stärken.

Wie WirtschaftsWoche Gründer nun vorab erfuhr, nutzte das Start-up das Investment auch, um auf Einkaufstour zu gehen: Vitafy übernimmt GymQueen, die von Steffen Reppel und Markus Seekamp 2015 in Siegen gestartete Fitness Food Marke, die sich vor allem an Frauen richtet.

Präsenz auf dem Markt ausbauen

Mit der Akquisition wollen die Gründer ihre Präsenz auf dem Markt ausbauen: „Vitafys Vision ist ein House of Brands von Marken im Bereich Fitness, Abnehmen, Nahrungsergänzung und Functional Food aufzubauen. GymQueen ergänzt unsere eigenes Markenportfolio optimal und ermöglicht uns den Zugang zu dem Wachstumsmarkt ambitionierten Fitness Sportlerinnen. Darüber hinaus hat GymQueen national und international großes Wachstumspotenzial“, sagt Vitafy-Co-Gründer Georg Bader im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.

Das Kernteam von GymQueen wird im Zuge der Akquisition übernommen, die Gründer Steffen Reppel und Markus Seekamp  werden Vitafy bei der Unternehmensentwicklung weiter unterstützen.

Kaufsumme bleibt geheim

Aktuell ist GymQueen unter anderem in der Drogeriemarktkette Müller und dem österreichischen Pendant BIPA erhältlich. “Mit den neuen Partnern sind weitere Vertriebskooperationen für die eigenen Marken denkbar”, so Bader. Über die Kaufsumme wollte er keine Angaben machen.

Vitafy wurde 2013 von Georg Bader, Christian Böhm, Jürgen Englisch und Venture Stars Partner Florian Calmbach gegründet und verkauft Fitness- und Diätprodukte sowie Nahrungsergänzungsmittel wie Abnehm-Shakes, Proteinpulver und Superfood. Zu finden sind die Produkte im Internet und im stationären Handel, unter anderem in den Drogerieketten DM und Rossmann sowie dem Biomarkt Alnatura.

Weitere Übernahmen geplant

GymQueen soll nicht die letzte Übernahme gewesen sein. „Der stark fragmentierte Fitnessmarkt bietet uns strategisch sehr interessante Möglichkeiten, unser Markenportfolio gezielt durch Akquisitionen auszubauen und den Markt so zu konsolidieren”, so Georg Bader. Durch die Integration von Marken haben wir die Möglichkeit, enorme Synergien online und im stationären Handel zu realisieren und gleichzeitig unsere Eigenmarkenstrategie weiter voran zu treiben”.

Auch die Internationalisierung ins europäische Ausland sei mittelfristig geplant, allerdings stehe aktuell die deutschsprachige Region im Fokus – und der Weg in die schwarzen Zahlen: „Als Wachstumsunternehmen haben wir in den ersten Firmenjahren als Risikokapital-finanziertes Unternehmen bewusst in Wachstum investiert und Verluste in Kauf genommen.”

Grundsätzlich seien die Gründer und die Investoren mit der Unternehmensentwicklung sehr zufrieden, sagt Bader. Im Januar sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 70% Wachstum gewachsen. „Wir werden profitabel sein und steuern auf einen Jahresumsatz im mittleren 2-stelligen Millionenbereich zu”, sagt Bader.