Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute Patrick Glaser, Danilo Jovicic und Achim Hoth von Vialytics an. Ihr Start-up verwandelt Smartphones in Detektoren für Straßenschäden. Wie urteilt Investor Peter Hornik?

Patrick, Achim, Danilo, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir helfen Städten und Kommunen, ihre Straßen besser in Schuss zu halten. Dazu montieren wir beispielsweise in Kehrmaschinen und Müllautos ein Smartphone an der Frontscheibe. Das fotografiert die Straße alle vier Meter und zeichnet Erschütterungen auf. Unser Algorithmus wertet die Daten dann automatisch aus, erstellt einen Überblick, wo und wie groß Schlaglöcher und andere Schäden sind. Bisher orten Ingenieurbüros oder Stadtangestellte die Unebenheiten manuell, was oft Monate dauert. Wir schaffen das in 24 Stunden. So verhindern wir, dass kleine Schäden zu großen  Schäden werden.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir saßen gerade in einem Biergarten und haben gehört, wie Reifen über Gullydeckel geklappert sind. Da kam uns die Idee. Wir haben uns damit um Wagniskapital bei EnBW beworben und es auch bekommen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir haben nur Kunden aus dem öffentlichen Sektor. Die zahlen im Jahr 100 Euro je Kilometer, den wir erfassen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir sind zuletzt stark gewachsen und deshalb noch in der Identitätsfindung. Die Kultur definiert  sich schließlich sehr stark darüber, wie die Mitarbeiter des Unternehmens ticken.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unsere Frauenquote liegt bei 20 Prozent. Da gibt’s also noch Luft nach oben. Aber wir sind sehr multikulturell mit Mitarbeitern etwa aus Tunesien, Russland, China und Rumänien.

Was war euer größter Rückschlag?
Anfangs war es schwer, Mitarbeiter zu finden. Der Stuttgarter Arbeitsmarkt wird von Daimler, Porsche und Bosch dominiert. Wir haben dann in Karlsruhe gesucht, mit Erfolg.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
In fünf Jahren sind wir Partner jeder Kommune in Deutschland. Und in ganz Europa aktiv.

Fakten zum Start-up

Kunden: Bundesweit 50 Städte und Kommunen, die meisten in Baden-Württemberg
Finanzierung: Wagniskapital von EnBW
Gründung: 2018 in Stuttgart
Mitarbeiter: 20

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 2/5
Timing: 4/5

Urteil: „Ich bin skeptisch, was das Geschäftsmodell angeht. Und in Bezug auf die Kundenbindung bei dieser Lösung mit einem modifizierten Smartphone in der Windschutzscheibe“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1st Mover

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