Einfacher mit Umweltzielen werben, verspricht das Münchener Start-up. Um selbst Vertrauen zu gewinnen, holen sich die Gründer einen Investor an Bord.

Der Markt für Nachhaltigkeitslösungen ist in Bewegung: Kapitalgeber stecken derzeit viel Geld in Start-ups, die an Software zur Unterstützung der Nachhaltigkeitsstrategie in Unternehmen tüfteln. Mit einem Software-as-a-Service-Modell will etwa Verso aus München angreifen, das sich vor allem auf die Kommunikation der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) spezialisiert.

Dafür sichert die Beteiligungsgesellschaft Primepulse, ebenfalls aus der bayerischen Landeshauptstadt, eine Wachstumsfinanzierung zu. Zur genauen Summe will Verso-Geschäftsführer Andreas Maslo auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer keine Angaben machen. Wettbewerber Quentic aus Berlin konnte sich im Mai 15 Millionen Euro sichern, nachdem bereits vor zwei Jahren 22 Millionen an die Firma geflossen waren.

Fokus auf Datenaufbereitung

Von München aus wirbt Verso in erster Linie um Mittelständler, die sich auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit neu aufstellen müssen – oder wollen, aufgrund der positiveren Außenwirkung. So soll die Plattform dabei helfen, eine Nachhaltigkeitsstrategie für das Unternehmen aufzustellen. Anschließend bereitet das Start-up die einzelnen Aspekte wie Umweltziele oder Gebiete der  unternehmerischen Verantwortung für die interne und externe Kommunikation auf. Zum Beispiel stellt Verso internationale Lieferketten digital dar und bietet die zugehörigen Daten zum Export in Form einer Dokumentenvorlage an. Dadurch soll das aufwendige Befüllen verschiedener Excel-Tabellen wegfallen.

Um die Software weiterzuentwickeln und weitere Kunden in Deutschland gewinnen zu können, soll das Team in nächster Zeit um drei Personen wachsen. Derzeit beschäftigt die 2010 von Maslo und Florian Holl gegründete Firma fünf Mitarbeiter. Der Münchener Investor Primepulse soll dabei helfen, vor potenziellen Kunden finanziell selbstbewusster aufzutreten – bislang finanzierten die Gründer das Unternehmen aus ihrem Privatvermögen. „Wir haben nicht nur nach einem Kapitalgeber gesucht, sondern nach einem Partner, der uns Zugang zu seinem Netzwerk ermöglicht“, sagt Gründer Andreas Maslo zu WirtschaftsWoche Gründer. Das Start-up sei finanziell „gut ausgestattet“. Die Gründer halten nach dem Investment weiterhin die Mehrheit der Anteile an dem Start-up.

Kunden im Ausland

„Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die beiden Megathemen unserer und kommender Generationen“, lässt sich Primepulse-Geschäftsführer Klaus Weinmann in einer Pressemitteilung zur Investmententscheidung zitieren. Mit Verso ziehe ein zukunftsorientiertes und innovationsstarkes Digitalunternehmen in das Netzwerk ein, so Weinmann. Die Kunden kommen nach Firmenangaben neben Deutschland auch aus Finnland, Österreich und den USA. Grundsätzlich dürfte Verso als Übernahmekandidat für die Branchengrößen im CSR-Bereich in Betracht kommen – vor dem Investment durch Primepulse habe es bereits mehrere Anfragen gegeben, so Maslo.