BMW und Porsche steigen bei einer Plattform für Pannenhilfe ein. Die ist aktuell in den USA aktiv. Doch auch deutsche Start-ups dürften genau hinschauen.

Ob kaputte Klimaanlage, stotternder Motor oder platter Reifen: Mehr als 200.000 Autofahrern will das amerikanische Start-up Urgently bereits geholfen haben. Dabei setzt das Unternehmen auf das Uber-Prinzip fürs Abschleppen: Über die App lassen sich im Pannenfall verschiedene Werkstätten oder Abschleppdienste vergleichen und bestellen, Urgently verdient als Marktplatz an einer Provision.

Jetzt investiert eine ganze Flotte an Autoherstellern in das Unternehmen: Die beiden deutschen Autobauer BMW und Porsche sowie Jaguar Land Roer steigen über ihre Beteiligungstöchter bei Urgently an. Gemeinsam investieren die Unternehmen 18,5 Millionen Euro in das Start-up.

Für die Autohersteller soll die Beteiligung vor allem dabei helfen, den eigenen Kunden schneller und besser zu helfen. „Wir sind davon überzeugt, dass sie uns helfen kann, unsere Kundenzufriedenheit in kritischen Situationen noch weiter zu erhöhen“, sagt Kilian Sauerwald, Leiter Aftersales Regionen- und Marktentwicklung bei Porsche. Für einzelne BMW-Modelle, aber auch mit Volvo und Uber hat Urgently bereits Zusammenarbeiten vereinbart.

Vom Pannenservice zur Mobilitäts-Plattform

Mit dem genauen Wissen über genaue Standorte, exakte Pannenursachen und präzise Zeitangaben von Meldung bis Reparatur will sich Urgently in Zukunft immer stärker als Plattform auch für verwandte Dienstleistungen positionieren. „Unser Ziel ist es, unsere vernetzten Dienstleistungen in den globalen Automobil-, Versicherungs- und Mobilitätsmärkten weiter zu verbessern“, sagt Urgently-Mitgründer Chris Spanos.

Aktuell konzentriert sich Urgently auf den US-Markt. Porsche-Manager Sauerwald verweist aber in seinem Statement bereits darauf, dass die Plattform „international skalierbar“ sei. Hier dürften auch einige deutsche Start-ups genau hinhören: Als Alternative zu traditionellen Pannenhilfeorganisationen wie dem ADAC (der sich selbst beim Ridesharing oder der Reisebuchung um neue Geschäftsmodelle bemüht) oder dem AvD waren in den vergangenen Jahren junge Angreifer angetreten.

JimDrive will etwa als digitaler Automobilklub eine breite Palette an Angeboten rund um das vernetzte Fahren aufbauen. MySchleppApp setzt auf ein sehr ähnliches Geschäftsmodell wie Urgently: Auch hier verbindet das Start-up Pannenfahrer mit Abschleppdiensten, in der Regel zu einem Festpreis. Die angeschlossenen Werkstätten zahlen für die Vermittlung eine Provision.