Freeelio

Eine Reise nach Goa stimmte Sebnem Rusitschka nachdenklich: Obwohl die Sonne täglich schien, wurde die nachhaltige Energiequelle nicht genutzt. Stattdessen war Strom nur für die bezahlbar, die sich einen Dieselgenerator und teuren Diesel leisten konnten. In Deutschland sah die langjährige Siemens-Entwicklerin ebenfalls Nachbesserungsbedarf für die effiziente Nutzung von Solaranlagen. Gemeinsam mit Christoph Doblander gründete sie Ende 2016 „Freeelio“. Aktuell entwickeln sie die Software „Adpteve“: Sie soll Energiedaten analysieren und die Nutzung von Solaranlagen optimieren – angepasst an die jeweiligen Lebensumstände der Hausbewohner. Dabei soll die Blockchain-Technologie helfen: Transaktionen wie die Stromabrechnung können darüber automatisch ablaufen.

Bislang haben Rusitschka und Doblander das Projekt selbstfinanziert – künftig sei für sie eine Finanzierung über einen ICO allerdings denkbar. Momentan testen sie den ersten Mieterstrom-Piloten. Das Ziel ist aber schon klar: Dezentrale Stromnetze, die erneuerbare Energien adaptiv beherbergen und effizient nutzen. So sollen Mieterstrommodelle entstehen, die ressourcenschonend und kostengünstig sind – unter anderem für Mehrfamilienhäuser mit Solardach.