Die Mehrheit der unter 26-Jährigen strebt ein Angestelltenverhältnis an. Dabei können sich viele grundsätzlich vorstellen, ein Start-up aufzubauen.

Chef eines eigenen Unternehmens zu sein: Für junge Menschen ist das grundsätzlich eine reizvolle Perspektive – doch die Hürden einer Gründung erscheinen vielen zu hoch. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Finanzdienstleisters Transferwise. Befragt wurden europaweit 3.500 Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, darunter tausend in Deutschland.

Demnach finden knapp zwei Drittel der Befragten hierzulande die Idee, ein Unternehmen zu gründen, reizvoll. Dennoch sehen sich nur zehn Prozent in fünf Jahren als Gründer, die überwiegende Mehrheit (44 Prozent) strebt dagegen ein klassisches Angestelltenverhältnis an. Acht Prozent geben an, sie werden freiberuflich arbeiten, 15 Prozent träumen von einem Leben auf Reisen. Der Rest hat andere Pläne oder ist unentschlossen.

Interessant ist, welche Faktoren junge Leute von einer Gründung abhalten. Auf den ersten beiden Plätzen stehen „fehlende Sicherheit“ und „Angst vor dem Scheitern“ – gefolgt von fehlender finanzieller Unterstützung. Erst danach werden fehlende Ideen als Hinderungsgrund genannt. Auch mangelndes Know-how ist ein großer Faktor: Knapp drei Viertel der Befragten kritisieren, dass im Schulunterricht zu wenig Wissen über Unternehmertum und Existenzgründung vermittelt wird.

Weibliche Vorbilder fehlen

Auffällig im internationalen Vergleich: Jeder Zweite Befragte in Deutschland stimmt der Befragung zu, dass Männer eher ein Unternehmen gründen würden als Frauen. Laut YouGov ist dieser Wert in keinem anderen Land – die Befragung fand auch in Großbritannien, Frankreich und Spanien statt – so hoch. 58 Prozent gaben an, dass es aus ihrer Sicht zu wenig Frauen als unternehmerische Vorbilder gibt.

Die Umfrageergebnisse decken sich weitestgehend mit Erhebungen von KfW-Research, die die Förderbank im November veröffentlicht hatte. Demnach kann sich jeder Zweite 18- bis 29-Jährige vorstellen, ein Start-up aus der Taufe zu heben. Frauen zeigten sich allerdings zurückhaltender als Männer. Der tatsächliche Frauenanteil unter Start-up-Gründern liegt laut KfW irgendwo zwischen zehn und 20 Prozent.