Für Gründer in Deutschland ist die Anstellung von ausländischen Mitarbeitern überlebenswichtig. Das zeigt eine Untersuchung des Branchenverbandes Bitkom.

Dass in Deutschland ein ausgeprägter Hang zur Bürokratie herrscht, ist ein weit verbreitetes Klischee – aber eines, in dem ein wahrer Kern steckt. Das zeigen immer wieder Studien; zuletzt im August eine gemeinsame Untersuchung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und des Frühphaseninvestors HV Holtzbrinck Ventures. Darin beklagten sich die befragten Gründerinnen und Gründer über die Schwierigkeit  qualifiziertes Personal aus dem Ausland anzustellen: Die erforderliche Arbeitserlaubnis für neue Mitarbeiter ließe teilweise mehrere Monate auf sich warten, hieß es.

Existenzproblem für deutsche Start-ups

Wie wichtig eine Lösung dieses Problems ist, zeigt nun abermals eine aktuelle Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter mehr als 300 Start-ups. Darin konstatieren die Macher der Untersuchung: „Ohne Mitarbeiter aus dem Ausland würde in vielen deutschen Start-ups das Licht ausgehen.“ 

Der Grund: Im Durchschnitt hat jeder fünfte Mitarbeiter keine deutsche Staatsbürgerschaft. In großen Start-ups mit 20 oder mehr Mitarbeitern liegt der Anteil mit 34 Prozent sogar noch deutlich darüber. 

Vor allem Entwickler kommen häufig aus dem Ausland

Noch höher ist der Anteil, wenn man nur auf die Entwickler in den Start-ups schaut: Hier hat jeder Vierte (24 Prozent) keinen deutschen Pass, bei den großen Start-ups mit 20 und mehr Mitarbeitern beträgt der Anteil sogar 44 Prozent. Vor allem Berliner Start-ups greifen überdurchschnittlich auf Mitarbeiter aus dem Ausland zurück. Hier liegt der Anteil im Schnitt bei 29 Prozent aller Mitarbeiter, unter den Entwicklern sind es sogar 36 Prozent.

„Technologieorientierte Start-ups könnten Entwicklungen zum Beispiel im Bereich von Künstlicher Intelligenz oder Blockchain ohne Experten aus dem Ausland gar nicht voranbringen. In Deutschland fehlen seit Jahren Zehntausende IT-Fachleute aus dem Ausland. Start-ups konkurrieren hier mit etablierten IT-Unternehmen ebenso wie mit Global Playern aus allen Branchen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Darum müsse man dringend dafür sorgen die Gewinnung von ausländischen IT-Experten zukünftig noch einfacher und unbürokratischer zu gestalten.