Ärzte müssen sich vergewissern, dass ihre Patienten den Ablauf und die Konsequenzen der Behandlung verstehen und ihnen zustimmen, „aber keiner will dafür zahlen, deshalb muss das Krankenhauspersonal einspringen. Das Verständnis ist aber nur bei einer professionellen Übersetzung gewährleistet.“, erklärt der MedLango – CEO Steffen. Über die Webseite von MedLango, können Kunden innerhalb von 60 Sekunden ihren medizinischen Dolmetscher buchen. „Letztlich können durch das Buchen von Dolmetschern Kosten gespart werden, denn häufig müssen kostenintensive Untersuchungen wie zum Bespiel MRTs wegen Missverständnissen wiederholt werden“, erklärt der Geschäftsführer.

Es werden Begleitungen durch medizinische Dolmetscher angeboten, sowie die Übersetzungen von medizinischen Dokumenten. „Man muss auch Mensch sein, vor allem wenn es um Leben und Tod geht. Maschinen können das nicht ersetzen.“

Nischen-Start-ups haben Erfolg

Eine weitere Nische sind die Übersetzungen oder. Dolmetscherleistungen in Gebärdensprache. Das Münchner Start-up Unternehmen VerbaVoice hat sich als Ziel gesetzt, einen sprachlich barrierefreien Zugang für alle Menschen mit Hörbehinderung zu Bildung, Wissen und Information zu schaffen. Die Geschäftsführerin Michaela Nachtrab erklärt: „Genau wie eine Rollstuhlrampe bei neuen Gebäuden standardmäßig eingebaut werden muss, sollten in der Zukunft auch alle öffentlichen Veranstaltungen sprachlich barrierefrei gestaltet sein.“

In Deutschland gibt es 80.000 Gehörlose und rund 15 Millionen Menschen mit Hörschädigung, sodass sie auf zusätzliche visuelle Informationen angewiesen sind. So entstand 2008 die Geschäftsidee, erklärt die Geschäftsführerin, denn „Live-Zuschaltung von Schrift- und Gebärdensprachdolmetschern über eine modulare und mobile Online-Plattform gab es so bis dato noch nicht.“ Das Unternehmen ist auf inklusive Bildung von Hörbehinderten fokussiert und unterstützt Schüler, Studenten und Auszubildende in ihrem Alltag.

Die Weiterentwicklung der Technologie spielt für alle Start-up Unternehmen eine bedeutende Rolle, denn diese tragen zur Verbesserung ihrer Lösungen bei und eröffnet neue Möglichkeiten für „Werbung“, um Kooperationen voran zu treiben. VerbaVoice bspw. arbeitet zusammen mit ihrem Kooperationspartner Sony an einer App zur Darstellung von Live-Untertiteln auf der Augmented Reality-Brille.

Um als Start- up Unternehmen in der Sprachdienstleistungsbranche erfolgreich zu sein, sei es notwendig „von Anfang an gute, auch internationale Partnerschaften auf(zu)bauen“, so die Geschäftsführerin von VerbaVoice. Aber: „Echte Marktlücken sehe ich nicht, aber es gibt immer neue Ideen sich zu präsentieren. Denn es ist nicht einfach auf einem so schwierigen, herausfordernden Markt, mit viel Konkurrenz zu bestehen. Das Geschäftsmodel muss stabil sein.“