Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Twinvay, Sven Häuser und Kim Eisenmann, an. Ihr Armband soll Partygänger vor Übergriffen schützen. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Eine halbe Minute mit Investor Felix Haas im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben ein Papier-Armband entwickelt, mit dem sich Partygänger zuverlässig vor K.-o.-Tropfen  schützen können. Wenn sie mit Finger oder Serviette etwas vom Getränk auf eines der zwei Testfelder geben und es sich blau färbt, hat jemand die Vergewaltigungsdroge hineingemischt. Weltweit ist solch ein Test einzigartig.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Eine damals 17-jährige Bekannte von uns war auf einem Stadtfest, auf dem auch wir waren, Opfer von  K.-o.-Tropfen. Passanten haben sie später ohne Kleidung und verletzt in einem Park gefunden. Ein paar Jungs hatten üble Dinge mit ihr gemacht.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Die Drogeriekette dm verkauft unser Armband. Erst einmal online, wenn es gut läuft, auch in ihren Filialen. Zudem haben wir Vertriebspartner in etwa einem Dutzend Staaten. Und wir wollen das Band Festival- und Konzertveranstaltern anbieten, die es dann beispielsweise mit Werbung bedrucken lassen können.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …unsere Kultur ist es, schlank und flexibel zu bleiben. Wir suchen uns für Produktion und Vertrieb  lieber externe Partner, statt das selbst aufzubauen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind ja nur die zwei Gründer. Aber wir haben externe Mentoren, die Ende 50 sind. Unsere Partner  in Großbritannien sind wiederum erst Mitte 20.

Was war euer größter Rückschlag?
Uns gibt es noch nicht einmal ein Jahr – in der Zeit hatten wir zum Glück keinen einzigen echten Rückschlag.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir sehen uns als Seriengründer, verfolgen die Strategie, ein Produkt zu entwickeln und es zu  vermarkten. Irgendwann setzen wir dann einen Geschäftsführer ein, der das weiter betreibt. Von daher haben wir in fünf Jahren sicher ein paar weitere Start-ups gegründet.

Fakten zum Start-up:

Kunden: Das Start-up hat sein Produkt vor etwa zwei Wochen erstmals bei der Drogeriekette dm angeboten, es war nach 72 Stunden ausverkauft.
Finanzierung: Eigenmittel, Sparkassenkredit
Gründung: 2018 in Waldbronn
Mitarbeiter: 2 Gründer

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Dass die Gründer sich schnell wieder rausziehen und Geschäftsführer einsetzen wollen, macht dieses Start-up für Investoren nicht unbedingt attraktiver.“
Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Pretzels

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