Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Twaice, Michael Baumann und Stephan Rohr, an. Ihr Start-up analysiert den Zustand von Speichersystemen. Wie urteilt Investorin Nina Rinke?

Stephan und Michael, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Unsere Analytiksoftware macht die Entwicklung von Batteriesystemen effizienter und verlängert deren Lebensdauer. Sie stellt gewissermaßen den Gesundheitszustand der Akkus fest, damit sich dann ökonomisch und ökologisch mehr rausholen lässt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
2014 haben wir mit unserer Promotion an der TU München begonnen. Uns ging es dabei um die Frage, wie man den Restwert von Batterien nutzt. Ein paar Jahre später, als wir mit der Arbeit fast fertig waren, hat uns das Interesse von Versicherungen und Autoherstellern echt überrascht. Und wir haben über eine Ausgründung nachgedacht.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen unsere Software an Autohersteller, Flottenbetreiber von E-Autos, Energieunternehmen und Versicherer. Der Preis für die Lizenzen richtet sich nach dem Erfolg unserer Kunden. Wir verstehen uns als Partner für Kunden, denen wir die Software liefern.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…eine Mischung aus Tesla und Google. Tesla ist halt gnadenlos, das sind wir nicht. Aber wie Tesla sind wir sehr innovationsgetrieben. Und wie für Google ist auch uns das Miteinander im Unternehmen sehr wichtig.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Bei uns arbeiten Leute aus zehn verschiedenen Nationen. Die Sprache im Büro war von Anfang an Englisch.

Was war euer größter Rückschlag?
Den gab es bisher noch nicht, aber man soll immer darauf vorbereitet sein.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Twaice ist dann definitiv der Analytikanbieter für Batteriesysteme, aber auch für elektrische Antriebe und Energiespeicherung. Und das auf der ganzen Welt. Noch in diesem Jahr gehen wir nach China und eröffnen ein Büro in Shanghai.

Fakten zum Start-up

Kunden: Zwölf im Mobilitäts- und Energiebereich, darunter TÜV Rheinland
Finanzierung: 3,2 Millionen Euro Risikokapital von Cherry Ventures, UVC Partners und Speedinvest
Gründung: Juni 2018 in München
Mitarbeiter: 50

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Twaice geht Kernprobleme heutiger E-Motoren an. Ich sehe darin großes kommerzielles Potenzial und die Möglichkeit, Einfluss auf den globalen CO2-Ausstoß zu nehmen.“
Nina Rinke gehörte zu den Ersten beim Münchner Einhorn Celonis und ist heute Investmentanalystin für Earlybird

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