Christian Schrade, 32, Whiskyberater

Es war nicht die Angst vor dem Scheitern oder vor der finanziellen Unsicherheit, die mich dazu gebracht hat nach dem Ende meines Politikstudiums nicht direkt ein eigenes Unternehmen zu gründen, sondern zunächst einen festen Job in der PR-Branche anzunehmen: Ein festes Gehalt, feste Arbeitszeiten, bezahlter Urlaub und sich nicht selbst um Altersvorsorge und Versicherung kümmern zu müssen – für den Berufseinstieg war das natürlich auch ein Stück bequemer.

Dabei habe ich schon früh gewusst, dass ich irgendwann mein eigenes Unternehmen gründen möchte. Allerdings bin ich kein Mensch, der blauäugig in eine Idee hineinstolpert. Ich bin ein großer Whiskyfan und habe darum schon vor der Gründung meines Start-ups regelmäßig nebenberuflich in der Whiskybranche gearbeitet, zum Beispiel für Destillerien auf Whiskymessen. Dort habe ich dann viele Leute aus der Branche kennengelernt, die irgendwann anfragten, ob ich nicht Aufträge für sie übernehmen wolle. Das war der Stein, der das Projekt Selbstständigkeit letztendlich ins Rollen brachte. Die eigentliche Entscheidung zur Gründung habe ich dann während eines Kurz-Praktikums in einer Destillerie in Schottland getroffen: Ich hatte lange genug gezögert, hin- und herüberlegt und dachte mir schließlich: Was soll schon passieren? Meine Ausgaben sind überschaubar und zur Not suche ich mir einen neuen, festen Arbeitsplatz. Vergangenes Jahr kündigte ich meine Stelle, nahm mein Erspartes und startete „Heart of the run“.