Das israelische Unternehmen entwickelt Technologien, mit der autonome Fahrzeuge bei schlechtem Wetter ihre Umgebung besser wahrnehmen können.

Im Testbetrieb haben selbstfahrende Autos schon viele tausend Kilometer absolviert, doch erprobt werden sie meist in sonnigen Regionen wie etwa in Kalifornien. Als große Herausforderung in der Branche gilt es, Roboterautos auch für ungemütliche Wetterbedingungen fit zu machen: Denn Kamera-, Radar- und Lasersysteme tun sich bei Nebel, Regen, Schnee oder Staub schwer. Einen Lösungsansatz bietet TriEye: Das israelische Start-up kombiniert eine Infrarot-Technologie mit klassischen Bildsenoren – und verspricht, zu geringeren Kosten bessere Ergebnisse als andere Systeme zu liefern.

Die Gründer Avi Bakal, Omer Kapach und Uriel Levy haben davon nun einen deutschen Autobauer überzeugt: Porsche hat gerade eine Minderheitsbeteiligung an dem Start-up erworben, wie der Stuttgarter Konzern heute mitteilte. „TriEye ist ein vielversprechendes Technologieunternehmen, geführt von einem starken Team in den Bereichen Nano-Optik, Deep-Learning und der Entwicklung von Halbleiterkomponenten“, kommentiert Entwicklungsvorstand Michael Steiner die Beteiligung.

Erfolgt ist das Investment im Zuge einer verlängerten Finanzierungsrunde. Ende Mai hatten Geldgeber um Intel Capital und Grove Ventures – einem Fonds, an dem auch Porsche beteiligt ist – bereits 17 Millionen Dollar investiert. Mit dem Einstieg des deutschen Autobauer erhöht sich das Volumen auf 19 Millionen Dollar.

Autonomes Fahren bewegt Wagniskapitalgeber

Für Porsche ist es das zweite Investment in ein israelisches Start-up: Im April 2017 hat sich der Sportwagenhersteller bereits an Anagog beteiligt – einem auf Künstliche Intelligenz (KI) und Datenanalysen spezialisiertem Start-up. Im September hatte Porsche bekanntgegeben, in den kommenden fünf Jahren 150 Millionen Euro für Venture-Capital-Aktivitäten ausgeben zu wollen. Zu den jüngsten Direktinvestments von Porsche Ventures gehört die US-Pannenhilfe Urgently.

Technologie für das autonome Fahren treiben auch deutsche Start-ups voran. So will Blickfeld aus München Lasersysteme mit einer neuen Bauweise kompakter und günstiger machen. Artisense wiederum setzt auf einfache Kameras, die dank ausgeklügelter Algorithmen ebenso gute Ergebnisse bei der Umgebungserkennung liefern sollen. Das Karlsruher KI-Start-up Understand AI wiederum will das Training autonomer Fahrzeuge erleichtern.