Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute der Gründer von Tracktics, Benjamin Bruder, an. Er liefert Fußballern Daten für das Training. Wie urteilt Investor Peter Hornik?

Eine halbe Minute mit Investor Peter Hornik im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir ermöglichen es etwa 300 Millionen Amateur-Fußballern weltweit, ihre Leistungsdaten wie Profis auszuwerten. Sie können mit unserem Tracker im Hüftgürtel erfassen, wie weit sie im Spiel gelaufen und wie oft sie gesprintet sind – und wo sie sich wie lange auf dem Feld aufgehalten haben. Nachwuchsteams von Eintracht Frankfurt und Real Madrid steuern mit unserem System ihre Trainings. Spieler und Mannschaften können sich untereinander vergleichen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ich hatte mich auf einen Halbmarathon vorbereitet, mein Training per Laufuhr und App überwacht. Und fragte mich: Warum gibt es so was nicht für den Fußballplatz? Smartwatches sind da verboten, Fitnessbänder zeichnen dafür zu wenige Daten auf. Und schon hatte ich die Idee für Tracktics im Kopf.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Pro Mannschaft kostet die Ausstattung etwa 2.000 Euro. Auch bieten wir mittlerweile verschiedene Softwarepakete für die Datenauswertung im Abo an.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …geprägt von Teamgeist – wie in einer Fußballmannschaft. Und jeder soll sein Potenzial optimal entfalten können.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Inzwischen haben bei uns mehr als 20 Nationalitäten gearbeitet. Wir sprechen Englisch im Unternehmen. Allerdings ist unsere Frauenquote mit zehn Prozent eher überschaubar.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir wollten die Technik in einen Gürtel auf Hüfthöhe integrieren, nicht in ein unbequemes Brustband. Wir hatten aber unterschätzt, wie kompliziert es damit ist, gute Daten zu gewinnen. Das hat uns ein Jahr und viel Geld gekostet.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann wurden mehr als 100 Millionen Kilometer mit Tracktics getrackt. Aus diesen Daten wollen wir künftig unter anderem Trainingstipps ableiten.

Fakten zum Start-up:

Kunden: Mehr als 10.000 Spieler
Finanzierung: Wagniskapital, Fördermittel, Eigeninvestition
Gründung: 2015 in Frankfurt am Main
Mitarbeiter: 15

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Im Mannschaftssport bis zur Schwelle des Profisports sehe ich großes Potenzial. Das Start-up bietet eine gute Kombination aus Hardware, Tracking und Analyse. Und es gibt offensichtlich wenig Wettbewerb. Von Tracktics werden wir noch hören.“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1st Mover

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