Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute das Team von Toposens, Alexander Rudoy, Tobias Bahnemann und Rinaldo Persichini, an. Ihr Start-up setzt Ultraschall ein, um Räume dreidimensional abzubilden. Wie urteilt Investorin Anja Rath?

Alex, Tobias, Aldo, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben die weltweit erste Technik entwickelt, die es selbstfahrenden Autos und Robotern ermöglicht, sich per Ultraschall dreidimensional in der Umgebung zu  orientieren – ganz so, wie es Delfine und Fledermäuse tun. Das funktioniert bei Tag und Nacht. Es ist günstiger als bisherige Technologien. Und physikalisch gibt es kaum Grenzen bei der Präzision. So kann eine Fledermaus, wirft man in völliger Dunkelheit eine Made und ein Reiskorn in die Luft, sich zielsicher die Made herauspicken.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Alex hatte im Studium einen Roboterfisch entwickelt. Um den im Aquarium steuern zu können, musste er wissen, wo er gerade ist und in welche Richtung er schwimmt. Ihm kam die Idee, das per Ultraschall zu lösen. So entstand unser Algorithmus.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Zurzeit bezahlen uns Autohersteller, dass sie die Technik in autonom fahrenden Prototypen testen können. Wird sie künftig in der Großserie eingebaut, werden wir der Zulieferer sein. Ähnlich läuft das bei den Robotern.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Bisher waren wir sehr nerdig, entwickeln uns aber aber gerade in Richtung Perfektionismus.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir stellen Leute immer nach ihren Fähigkeiten und Leistungen ein. Momentan sind wir etwas männerdominiert, was aber schon mal anders war. Und wir kommen aus einer Handvoll unterschiedlicher Länder.

Was war euer größter Rückschlag?
Das war ein geplatzter Auftrag für eine Serienfertigung. Die Verhandlungen waren schon sehr fortgeschritten.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind auf den Straßen Autos normal, die mit unserer Technik ausgestattet sind. Und Ultraschallsensorik breitet sich in andere Lebensbereiche aus.

Fakten zum Start-up

Kunden: Mehr als 200, darunter BMW, Daimler, Continental und mehrere US-Technologiekonzerne
Finanzierung: Wagniskapital, Privatinvestor
Gründung: 2015 in München
Mitarbeiter: 20

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Das ist ein spannendes Start-up, allerdings in einem Markt, der enorme Herausforderungen birgt. Partnerschaften mit großen Herstellern bringen junge Unternehmen oft an die Grenzen der Belastbarkeit.“
Anja Rath, ist Managing Partner bei Cooperativa Venture und ehemalige Geschäftsführerin von Brandenburg Ventures, Investmentvehikel des MP3-Erfinders Karlheinz Brandenburg.

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