„Abgesehen davon weiß man ja im Speziellen beim Crowdinvesting, dass das Risiko hoch ist, ebenso wie die Rendite“, sagt Crowdfunding-Coach Wolfgang Gumpelmaier. „Denn zumeist handelt es sich ja um die Finanzierung von Start-ups und nicht jede neu gegründete Firma besteht am Markt. Ich finde es wichtig, hier eine Unterscheidung zu treffen. Das hat mit Crowdfunding selbst nichts zu tun.“

Das Risiko beim Crowdinvesting ist bekannt und akzeptiert

Das Maximalrisiko besteht für den grundsätzlich Crowdinvestor im Totalverlust seines Investments. Der Investor trägt daher das unternehmerische Risiko des Start-ups in Höhe seines Investments. Wer aber über Crowdinvesting Geld verteilt, der kennt in der Regel das Risiko, sagen die Experten. So zeigte sich bei einer Umfrage zur Risikobewertung der EFNW GmbH, einem Institut der Universität Oldenburg, unter Seedmatch-Investoren schon 2013: knapp 92 Prozent der Crowdinvestoren sei bewusst, dass sie dort ein gesteigertes Risiko eingehen. Zudem sei den Schwarmfinanzierern klar, dass mit der Rendite eben auch das Risiko steige.

Laut dem EFNW sind es vor allem zwei Gründe, warum private Crowdinvestoren ihr Geld in ein Start-up investieren: Spaß und Engagement – sei es weil einem die Idee gefällt oder die Gründer Freunde oder Familie sind – und natürlich die vergleichsweise hohe Renditechancen. Dabei träumen sie jedoch nicht vom großen Reichtum: 70 Prozent schätzen ihre erzielbare Rendite auf höchstens ein Fünftel. Das ist übrigens vergleichbar mit den Erwartungen von Business Angels: Auch sie schätzen ihre mögliche Rendite auf durchschnittlich 20 bis 40 Prozent.

Kommt es zur Insolvenz, reagiert die Crowd unterschiedlich – aber in der Regel verständnisvoll: „Einerseits natürlich mit Bedauern, weil ein innovatives Geschäftsmodell, von dem nicht nur ein engagiertes Gründerteam sondern auch hunderte Crowdinvestoren überzeugt waren, sich nicht durchsetzen konnte”, beschreibt es David Rhotert, Geschäftsführer der Crowdinvesting-Plattform Companisto. Andererseits sei der Crowd eben durchaus bewusst, dass es sich um Wagniskapital handele. „Das Risiko von Wagniskapital-Investments wird jedem Crowdinvestor vor seinem Investment durch eine Vielzahl von unübersehbaren Hinweisen verdeutlicht“, sagt Rhotert. “Wir konnten die Erfahrung machen, dass Menschen durchaus bereit sind Risiken einzugehen, wenn sie auf einer bewussten Entscheidung beruhen – das gilt auch für Investments und für die Deutschen.“

„Für mich persönlich war es eine große Unterstützung, dass wir in der Crowd sehr viel Verständnis bekommen haben, auch wenn es natürlich auch einige enttäuschte Crowinvestoren gab“, räumt Wonderspots-Gründer Piotrowski ein.