Gerrit Reinders, Gründer von Box at Work sieht das anders. Der Niederländer hat das Start-up, ein Umzugskisten- und On demand-Storage-Service, vor knapp zwei Jahren gegründet und sich bisher keine Gehaltserhöhung gegönnt. „Jeder seriöse Gründer sollte sein Unternehmen nicht unnötig belasten. Sicherlich würde mir jemand mehr als das Doppelte meines derzeitigen Gehaltes zahlen, aber das ist für mich nicht von Interesse. Schließlich arbeite ich gerade an meiner persönlichen Erfolgsgeschichte“, sagt Reinders.

Der Unternehmer ist gelernter Wirtschaftsprüfer und hat vor der Gründung von Box at Work für Deloitte (Heinecken, Zara, Ahold) gearbeitet. In dieser Zeit hat Reinders mehr Geld verdient als jetzt, was laut eigener Angabe rund 54.000 Euro Brutto im Jahr ist (plus Kosten des Firmenwagens). „Ein Gründer sollte sich nicht auf sein Gehalt sondern auf die Weiterentwicklung seines Unternehmens konzentrieren.“ Er versuche, die größtmögliche Rendite für seine Investoren zu erreichen und interessiere sich für die Wertsteigerung von Anteilen und dass seine Investoren und er die gleichen Ziele verfolgen.

Nicht jeder Gründer dürfte jedoch auf Gehaltserhöhungen verzichten wollen. Dann eignet sich unter anderem eine der späteren Finanzierungsrunden: Wenn die Investoren erstes Vertrauen in Gründer und Produkt gewonnen haben, lässt sich über eine Erhöhung des Bruttogehalts eher reden als wenn sie die Investition gerade erst getätigt haben. Denn: Auch Risikokapitalgeber haben Interesse daran, dass ihr Geld nicht verpulvert wird.

Hierzu sagt Thönnessen: „Finanzierungsrunden haben die primäre Absicht als Vitaminspritze für das Unternehmen zu fungieren, um Maßnahmen einleiten zu können, die einen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beabsichtigen.“ Es bestehe trotzdem die Möglichkeit, eine Vereinbarung mit dem Investor zu treffen. „Wichtig ist hier, die Gehälter in konkreten Zahlen zu benennen.“ Nötig ist also vor allem Transparenz – wie immer, wenn es um Finanzen geht.