Es gibt sie. Frauen, die Unternehmen gründen oder sie leiten und andere inspirieren, es ihnen gleich zu tun. Ob leise oder laut – sie tun es. Zum Glück.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt wieder Tijen Onaran. Sie ist Leiterin Kommunikation beim Händlerbund. Zudem ist sie Initiatorin von „Women in E-Commerce“, einem Netzwerk für Frauen aus der E-Commerce Branche. Vor ihrer Anstellung beim Händlerbund war Onaran in unterschiedlichen Positionen für Europa- und Bundestagsabgeordnete sowie im Bundespräsidialamt tätig und danach Leiterin Kommunikation an der Quadriga Hochschule Berlin.

Es gibt sie. Frauen, die Unternehmen gründen oder sie leiten und andere inspirieren, es ihnen gleich zu tun. Ob leise oder laut – sie tun es. Zum Glück. Dabei begegnen sie mir in meinem Job, über meine Initiative WIE-Women in E-Commerce oder über Portale. Es sind diese Unternehmerinnen, die inspirieren – und vielleicht schafft es eine von ihnen, die deutsche Sheryl Sandberg zu sein.

Franziska Majer, Geschäftsführerin International von Videdressing.com
Franziska wurde mir von einer Freundin für WIE empfohlen. Unser Kennenlernen erfolgte digital und mir war so als wäre ich Franziska schon begegnet. Bei unserem Treffen in München stellte sich heraus, dass es ihr genauso ging. Franziska war vor Videdressing während ihres Studium beim Focus und danach fünf Jahre Beraterin bei McKinsey & Company. Anschließend gründete sie ihr eigenes Start-up im Systemgastronomiebereich. Sie entdeckte Videdressing, schrieb die Gründerin aus Paris an und fragte an, ob diese sich vorstellen könnte, dass Franziska Videdressing in Deutschland aufbaut. Es klappte. An Franziska faszinieren mich ihr Mut und ihre Eigeninitiative. Sie hat Videdressing entdeckt, fand es spannend und hat das Ganze selbst in die Hand genommen. Seitdem arbeitet sie mit ihrem Team aus München daran, dass Videdressing auch in Deutschland und international größer wird. Dabei ist Franziska alleine schon wenn sie einem gegenüber sitzt unglaublich motivierend und steckt einen mit ihrem Enthusiasmus an. Wenn sie von ihrem Team spricht, merke ich sofort, dass sie Spaß hat zu motivieren und das auf Augenhöhe. Und ich merke auch: Da ist jemand, der Herausforderungen als Chance begreift und damit inspiriert mutig zu sein.

Annett Möller, Gründerin und Geschäftsführerin von AMCO fashion
Auf der diesjährigen Victress Gala traf ich Annett. Sie hielt die Laudatio in der Kategorie „Impuls“ und ich war Preispatin für die Kategorie „Digital“. Wir kamen ins Gespräch und tauschten Kontaktdaten aus. Nach dem Abend hatten wir dann relativ schnell viel miteinander zu tun: zum einen ist sie eine der Unterstützerinnen von Women in E-Commerce, zum anderen einfach eine Frau mit einer spannenden Geschichte: Annett hat bei RTL Nord in Hamburg volontiert und währenddessen bereits das RTL Regionalmagazin „Guten Abend RTL“ moderiert. Seit 2006 arbeitet sie für n-tv und moderiert seit 2008 für RTL Aktuell. Ihr Label AMCO fashion, den Online-Shop für Tages-, und Businesskleider gibt es seit 2014. Mich inspiriert Annett, weil ihre Leidenschaft für das was sie tut und ihr Engagement echt und ansteckend sind: ihren Wunsch Mode zu machen hat sie dabei nicht einfach damit in die Tat umgesetzt, dass sie einem Online-Shop ihren Namen gibt. Sondern sie ist diejenige, die von der Entwicklung neuer Ideen bis hin zur Produktion der Kleider, alles begleitet und lenkt. Dabei verliert sie nie den Blick für die Anliegen ihrer Kundinnen und bewahrt ihre Offenheit für Neues. Dazu kommt: Annett ist ein fantastischer und ehrlicher Sparrings-Partner, wenn es darum geht neue Ideen zu entwickeln.

Lea Lange, Gründerin und Geschäftsführerin von Juniqe.de
Auf Lea bin ich tatsächlich das erste Mal über WiWo Gründer aufmerksam geworden. Bezahlbare, junge und einfach andere Kunst – das Ganze online: Das fand ich spannend. Ich nahm Kontakt auf und wir trafen uns bei ihr im Juniqe-Office in Berlin. Lea war in Beratungen tätig und bei Fab.com bevor sie Juniqe gründete. An Lea finde ich so inspirierend, dass sie so unprätentiös ist und das gerade in einer Branche wie die der Kunst, die das Prätentiöse gerne feiert. In einem Interview sagte Lea mal „Kunst ist kein Elfenbeinturm mehr“ – mit Juniqe.de hat sie das zusammen mit ihren Mitgründern geschafft. Juniqe.de ermöglicht Kunst für den kleinen Geldbeutel ohne dabei an Individualität zu verlieren. Lea wird auf der Auftaktveranstaltung von Women in E-Commerce Teil der Talkrunde sein und seit unserem Kennenlernen sind wir viel im Austausch. Dabei fällt mir immer wieder, dass Lea trotz ihres hohen Arbeitspensums unglaublich verbindlich ist. Sie ist ansprechbar und bleibt es, das macht sie aus.

Verena Pausder, Gründerin und Geschäftsführerin von Fox and Sheep
Verena lernte ich über Twitter kennen. Ich hatte sie schon wahrgenommen, bevor wir miteinander in Kontakt kamen. Wir trafen uns in Berlin und ich hätte noch ewig mit ihr sitzen, reden und lachen können. Mich fasziniert Verena´s Power. Wenn sie da ist, ist sie wirklich da und auf den Punkt. Keine Worthülsen, sondern Machen. So auch ihr Lebensweg: mit ihrer Schwester führte sie eine Sushi-Bar, kam dann zur Online-Branche und war bei be2.com Regional Manager für den deutschsprachigen Raum, danach Head of Sales bei scoyo.de und anschließend Geschäftsführerin bei goodbans. Verena setzt da an, wo die Politik noch Konzepte entwickelt. Sie svernetzt über ihr Ladies Dinner und schafft Sichtbarkeit ohne Quote. Mit dem neuen Projekt, der Initiative STARTUP TEENS, deren Initiatorin sie gemeinsam mit Marie-Christine Ostermann ist – im Übrigen auch eine Macherin -, macht sie Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren im unternehmerischen Denken und Handeln fit. Verena handelt, packt an und spricht aus. Deshalb inspiriert sie mich.

Unternehmerisches Denken geht in jeder Position

Es gibt verschiedene Wege unternehmerisch zu denken und zu handeln. Eine Idee in die Wirklichkeit umzusetzen, erfordert Mut, Tatkraft und Durchhaltevermögen. Dabei geht es nicht immer darum etwas Eigenes zu gründen, sondern Unternehmergeist hilft in allen Positionen. Die Lebenswege der Frauen zeigen, dass es heute nicht mehr darauf ankommt, wie geradlinig der eigene Weg ist, sondern was der Weg alles für einen bereithält. Auch Umwege können spannend sein. Am Ende zählt das was Franziska, Annett, Lea und Verena mitbringen: Mutig zu sein, mit Leidenschaft dabei zu sein, offen zu bleiben und wenn es so weit ist: Einfach zu machen!