Es ist so wie mit dem „gemeinsam in den Urlaub fahren“. Oft scheitert es schon bei der Auswahl des Ziels: Asien oder Mallorca? Backpacking oder Strandurlaub? Wenn man bereits da keinen Konsens finden, sollte man am besten nicht zusammen reisen. So scheint es also auch beim Gründen zu sein. „Und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der nie pünktlich zu einer Verabredung kommt, wird der Erfahrung nach im Geschäftsleben eher unverbindlich agieren“, sagt der Soziologe.

Gleichzeitig kann sich auch nach der gemeinsamen Gründung noch etwas ändern. So war es beispielsweise bei den beiden Aldi-Brüdern Karl und Theo Albrecht. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb dazu im Juli 2014, Theo Albrecht „hatte das Glück, einen Bruder an der Seite zu haben, der seine Ziele, Interessen und Leidenschaften teilte. Es muss eine seltene Symbiose gewesen sein, zumindest in den Anfangsjahren.“ Doch irgendwann entwickelten sich die Interessen auseinander. Die Brüder zerstritten sich jedoch nicht, sondern fanden eine Lösung: Sie trennten ihr Geschäft wohlweislich in Nord und Süd.

Die beiden Zalando-Gründer ziehen bis heute gemeinsam an einem Strang. Schneider und Gentz sagen, sie könnten sich auch heute immer noch gut leiden. Vor allem der Börsengang habe sie zusammen geschweißt, sagen sie. Am Ende kann gemeinsam Gründen also auch eine engere Bindung bedeuten.

Kurz und knapp: Tipps für befreundete Nachwuchs-Gründer

Zalando: „Gründet nur, wenn ihr wirklich von der Geschäftsidee überzeugt seid und an Euch selbst und als Team glaubt. Auch Fehler gehören zu erfolgreichen Unternehmern: ‚Fail Forward’ heißt es bei Zalando.“

Wine in Black: „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass sich beim gemeinsamen Arbeiten eben auch mal Konflikte ergeben können. Ein Business hochzuziehen ist nicht ohne – da gibt auch mal Stress. Man sollte sich von Anfang an angewöhnen Konflikte offen anzusprechen und nicht unter den Tisch kehren, auch der Freundschaft wegen. Grundsätzlich sehe ich aber mehr Vor- als Nachteile.“

Tinnitracks: „Eine Gründung ist knallhart. Da braucht niemand zu fantasieren. Wenn es zwischenmenschlich nicht passt, kann das nicht funktionieren. Nur, wenn alle Gründer dieselbe Auffassung von Arbeit und der Entwicklung des Unternehmens haben, klappt es. Sonst entstehen erst inhaltliche Probleme, die schnell persönlich werden können.“