Unter den Geldgebern ist wieder Paypal-Mitgründer Peter Thiel. Das Berliner Start-up will nun international expandieren – unter anderem nach Italien.

Vor acht Monaten erst hatte Taxfix elf Millionen Euro eingesammelt, nun legen die Investoren noch einmal knapp 27 Millionen Euro (30 Millionen Dollar) nach. Wie das von Lino Teuteberg und Mathis Büchi gegründete Berliner Fintech heute mitteilte, kommt das Geld von den Bestandsinvestoren. Darunter ist Valar Ventures, die Investmentgesellschaft des Paypal-Mitgründers Peter Thiel, sowie der schwedische Investor Creandum und Redalpine aus Zürich.

Das Kapital will das Start-up vor allem für die Internationalisierung aufwenden. In dem Zuge soll auch das aktuell 70 Mitarbeiter große Team wachsen. „Wir schauen uns viele Länder an, prüfen den Markt, das Steuersystem und die vorhandenen Möglichkeiten für Steuerzahler“, sagte Taxfix-CEO Büchi auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Dabei beschränke man sich nicht alleine auf die EU. Bereits online ist eine italienische Webseite, auf der Kunden ihre E-Mail-Adresse hinterlassen können. Wann genau Taxfix in Italien starten wird, ließ Büchi offen.

Das Start-up hat den Anspruch, auch Kunden im Ausland bei der Steuererklärung möglichst viel Arbeit abzunehmen. „Die Märkte unterscheiden sich natürlich, aber wir werden immer die gleichen technologischen Grundlagen benutzen, nämlich eine Rule-Based-Artificial-Intelligence und keine Steuerformulare“, so Büchi. Das Prinzip: Die als Webversion sowie für Smartphones verfügbare App stellt den Nutzern Fragen zur Lebens- und Steuersituation. Wichtige Daten werden aus der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung übernommen, die abfotografiert wird. Taxfix wirbt damit, dass die Steuererklärung im Schnitt in 22 Minuten erledigt ist.

Nachbesserungen bei der Scan-Funktion

Bei einem Praxistest im vergangenen Jahr kritisierte die WirtschaftsWoche vor allem, dass die Scan-Funktion unzuverlässig arbeitete. Büchi verweist darauf, dass die App kontinuierlich verbessert werde. „Ein Scan der Daten der Lohnsteuerbescheinigung gehört auch dazu“, so der Gründer. Neu hinzugekommen seien zudem Funktionen wie die Zusammenveranlagung für Eheleuten. Taxfix gibt an, dass seine Nutzer zusammen Steuerrückzahlungen von mehr als fünf Millionen Euro wöchentlich erhalten. Für die elektronische Übermittlung der Steuererklärung kassiert das Start-up 35 Euro – sofern mindestens 50 Euro erstattet werden.

Taxfix konkurriert in Deutschland mit etablierten Anbietern von Steuersoftware wie Buhl und Lexware. Auf dem Markt mischen zudem mehrere Start-ups mit, darunter Wundertax. Konkurrent Pareton mit Taxbutler musste dagegen im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden.