Das Modell von Futureward funktioniert wie in einem Fitnessstudio: Die Gründer zahlen monatlich und können dafür die Räume und Geräte nutzen sowie an den Kursen teilnehmen, in denen sie etwas über die Werkzeuge und Projektmanagement lernen. Darüber hinaus können Start-ups Räume anmieten. Universitäten und Unternehmen können spezielle Design-Thinking-Kurse machen. Laut Lin ist die Nachfrage mittlerweile so hoch, dass Futureward zwei weitere Spaces in Taipei eröffnen will.

Natürlich sei nicht jede Idee gut, die in der Werkstatt umsetzen werden würde, sagt er. Aber das Makerspace soll auch so etwas wie eine Spielwiese sein. „Sonst werden die Ideen der jungen Menschen in den großen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung dieses Landes weggeschlossen.“

Wirtschaftswachstum fällt auf unter 1 Prozent

Die Maker-Bewegung kann in Taiwan vor allem von seiner Hersteller-Tradition profitieren. Während andere Länder in der Software-Entwicklung die Nase vorne haben, hat Taiwan viele Designer, die sich mit Produktentwicklung und Herstellungsprozessen auskennen. „Auf Kickstarter werden häufig Ideen gut finanziert, dann scheitern die Gründer aber an der Herstellung“, sagt Lin. Genau das sei Taiwans Chance.

Ähnlich sieht das die taiwanesische Regierung. Dieses Jahr wird Taiwans Wirtschaftswachstum wahrscheinlich bei nicht einmal 1 Prozent Wirtschaftswachstum liegen. In den vergangenen Jahren waren es häufig bis zu sieben oder acht Prozent. Das Einstiegsgehalt liegt in Taiwan bei gerade einmal 6400 Euro pro Jahr – und ist seit vielen Jahren nicht gestiegen. „Junge Menschen sind extrem unzufrieden“, sagt Lin Jih-wen, Direktor des Institute of Political Science Academica Sinica. „Sie haben das Gefühl, dass die aktuelle Regierung ihre Probleme nicht sieht.“