Die Software des Start-ups warnt Logistikmanager bei Verzögerungen – etwa, wenn die Straßen verstopft sind oder ein Unwetter den Flugverkehr lahmlegt.

Mehr Kontrolle über die eigene Lieferkette: Das verspricht Synfioo seinen Unternehmenskunden. Das Start-up hat eine Plattform entwickelt, die Logistik-Manager frühzeitig warnen soll, wenn sich Transporte verzögern. Dazu führt die Software Standortdaten etwa aus Telematiksystemen von Lkws mit weiteren Quellen zusammen – relevant sind etwa Staumeldungen, Unwetterwarnungen oder Wartezeiten an Landesgrenzen. Algorithmen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, berechnen daraus die voraussichtliche Ankunftszeit von Lieferungen.

Gegründet 2015 im Anschluss an ein Forschungsprojekt am Hasso-Plattner-Institut (HPI) der Universität Potsdam, hat das Start-up kürzlich neue Geldgeber gefunden. Wie Synfioo nun mitteilte, wurde Ende April eine 2,5 Millionen schwere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Lead-Investoren waren die Wagniskapitalgesellschaften btov Partners und Senovo. Schon bisher investiert waren BFB Brandenburg Kapital – die Beteiligungsgesellschaft der Brandenburger Förderbank ILB –, der HPI Seed Fund und drei Business Angels.

Kooperation mit SAP

Die neuen Investoren loben den praktischen Nutzen für die Logistikbranche. „Die Genauigkeit der Prognosen von Synfioo ist den etablierten Wettbewerbern schon jetzt um bis zu 50 Prozent voraus“, sagt Benedikt Kronberger von btov Partners. Der Frühphaseninvestor hatte im Februar einen neuen Fonds für Technologie-Start-ups aus dem Industrieumfeld aufgelegt. Alexander Buchberger, Partner von Senovo Capital Management, betont, dass die Plattform nicht alleine Lkws überwacht, sondern auch Transporte per Schiff, Zug oder Flugzeug.

Synfioo will nun vor allem den Vertrieb zu stärken. „Mit den zusätzlichen Mitteln werden wir unseren Aufbau als Marke jetzt weiter vorantreiben“, kündigte CEO Marian Pufahl an. Vergangenen August hatte das Start-up eine Web-App gestartet, die sich vor allem an kleine und mittelständische Transportunternehmen richtet. Vertrieben wird die Lösung außerdem als Erweiterung für Transport-Management-Systeme, etwa von SAP. Mit dem Walldorfer Softwarekonzern arbeitet Synfioo bereits länger zusammen. Vor zwei Jahren war das Start-up einer der ersten Teilnehmer des SAP IoT Start-up Accelerators in Berlin.