Das Start-up aus Hannover setzt auf Künstliche Intelligenz, um Prozesse in Fabriken zu verbessern. Lars Jankowfsky zieht jetzt in den Beirat ein. Digitalunternehmen werben intensiv um kluge Köpfe als Begleiter.

Mit komplizierten und komplexen Netzwerken kennt Lars Jankowfsky sich aus. Der Digitalunternehmer gründete unter anderem die Meta-Flugsuchmaschine Swoodoo, die Millionen von Verbindungen und Tarife durchforstet und aufbereitet. Jetzt ist seine Erfahrung in einer ganz anderen Branche gefragt. Jankowfsky zieht in den Beirat des erst 2018 gegründeten Software-Start-ups Synaos ein.

Das Team aus Hannover setzt auf Künstliche Intelligenz, um die Prozesse in der Logistik zu durchforsten. Angefangen hat Synaos dabei mit der Lagerlogistik. Zukünftig sollen die Programme unter anderem in den Volkswagen-Werken für mehr Durchblick sorgen. Start für die Software ist das VW-Werk in Zwickau, wie das Handelsblatt berichtet. Auch mit dem Automationstechnik-Spezialisten Tünkers hat das Start-up bereits eine Partnerschaft geschlossen.

Frühe Pläne für die Internationalisierung

Damit kann das Start-up bereits auf mehrere Partnerschaften mit großen Unternehmen verweisen. In der Logistik keine Selbstverständlichkeit: Neun von zehn Firmen aus der Branche arbeiteten nicht mit jungen Digitalfirmen zusammen, hatte eine gestern veröffentlichte Umfrage des Bitkom aufgezeigt. Große Konzerne unterhalten dabei häufig gleich mehrere Kooperationen – etwa in der Lagerlogistik und der Lieferkette. Viele kleinere Speditionen und Transporteure tun sich dagegen schwerer, Zeit und Geld für gemeinsame Projekte zu reservieren.

Synaos denkt dagegen jetzt bereits an die Internationalisierung – und hofft auf die Hilfe von Neu-Beirat Jankofwsky bei dieser Aufgabe. „Die Chancen des Unternehmens sind riesig, auch wegen der exzellenten technologischen Ausrichtung“, kommentiert Jankowfsky die Gründe für seine Zusage. Neben dem Digitalunternehmer ist bereits der ehemalige Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Wolfgang Wahlster, als Beirat für Synaos unterweg.

Türöffner im Beirat

Mit gerade einmal 20 Mitarbeitern leistet sich das Synaos so bereits einen prominenten Beirat. Dieses Gremium gewinnt bei zahlreichen Start-ups an Bedeutung. Ein großer Vorteil: In dem freiwilligen Gremium können Start-ups die Besetzung, die Aufgaben und auch die Bezahlung der Beiratsmitglieder frei wählen. Einen Platz beanspruchen dabei meistens die wichtigsten Investoren eines Start-ups.

Häufig ist dabei die Variante, mehrere erfahrene Unternehmer aus den Zielbranchen eines Start-ups für das Gremium zu verpflichten. Die können dann mit ihrer Industrie-Expertise Türe zu relevanten Unternehmen oder Verbänden öffnen. Daneben können erfahrenere Gründer oder Unternehmer im Beirat auch helfen, ein Start-up durch eine hektische Wachstumsphase zu begleiten. Manchmal dienen diese Kontakte auch als Türöffner für andere Arten der Zusammenarbeit – hin zu einer finanziellen Beteiligung oder tatsächlich dem Einstieg in das operative Geschäft.