Der Medienkonzern beteiligt sich im Zuge einer sechs Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde an dem  indonesischen Start-up.

Ob Hochzeitsreise, Städte-Trip oder Strandurlaub: Wer garantiert Instagram-taugliche Fotos von seiner Reise erhalten will, mag sich vielleicht nicht allein auf die eigenen Schnappschuss-Künste verlassen – sondern bucht einen professionellen Fotografen. Darauf setzen zumindest David Soong und Emile Etienne. Die beiden indonesischen Gründer, die zuvor den Hochzeits-Shop Bridestory aufgebaut haben, vermitteln über ihre Plattform Sweet Escape professionelle Fotografen in weltweit mehr als 500 Städten.

Gegründet 2017, hat das Start-up nun Geld von einem deutschen Investor erhalten: Wie Burda heute mitteilte, beteiligte sich der Medienkonzern über seinen Wagniskapital BurdaPrincipal Investments an einer sechs Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde. „Wir glauben fest an die Vision des Unternehmens, Fotodienstleistungen weltweit individuell und effizient anzubieten, und sehen große Überschneidungen mit den Kompetenzen und Werten von Burda“, kommentierte Alber Shyy von BurdaPrincipal Investments. Lead-Investoren waren zwei indonesische Fonds.

Mit dem frischen Kapital wollen die Gründer die Präsenz in Asien zu erweitern und ihre Technologie ausbauen. Dafür soll das derzeit über 100 Mitarbeiter große Team bis zum Jahresende verdoppelt werden. Als reine Vermittlungsplattform will das Start-up nicht verstanden werden – Sweet Escape soll Fotografen auch die Bearbeitung von Fotos stark erleichtern. Das Versprechen: Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) soll der Postproduktionsprozess weitgehend automatisiert werden.

Boomendes Vermittlungsgeschäft

Den Ansatz, Fotografen online zu vermitteln, verfolgen auch andere Start-ups. In Deutschland mischt etwa Lemon One mit. Die Plattform ist auf das B2B-Geschäft spezialisiert und hat Mitte Juni eine einstellige Millionensumme erhalten, wie Gründerszene berichtete. Der französische Konkurrent Meero hat kürzlich sogar 230 Millionen Dollar eingeworben – und laut der Nachrichtenagentur Reuters eine Unternehmensbewertung von über einer Milliarde Dollar erreicht.

Für Burda ist das Investment in ein asiatisches Start-up nicht unüblich. Mit Büros in Berlin, New York, London, München und Singapur ist die auf spätere Unternehmensphasen spezialisierte Wagniskapitaltochter des Konzerns international unterwegs. In Deutschland hat sich das Unternehmen zuletzt an The Female Company beteiligt – einem Tampon-Start-up aus Stuttgart. Im Portfolio ist unter anderem auch das Nachbarschaftsnetzwerk Nebenan.de.