Das Kölner Start-up arbeitet an einer Cloud-Lösung, um die Supply Chain transparent darzustellen. Die GLS Bank investiert dafür zum ersten Mal direkt.

Lieferketten reichen quer um die Welt – und Unternehmen tun sich selbst mit viel guten Willen häufig schwer, alle beteiligten Produzenten zu überblicken und zu überwachen. Die Software des Kölner Start-ups Sustainabill will dabei helfen. Jetzt beteiligt sich die GLS Bank an dem 2017 gegründeten Start-up.

Das Start-up will die Transparenz in Unternehmen erhöhen, die Bank stützt dieses Vorhaben – zur Beteiligung selbst geben sich beide Seiten jedoch äußerst zugeknöpft: Weder zu einer Beteilungshöhe noch zu einer investierten Summe werden Zahlen genannt. Die Freude über die institutionalisierte Zusammenarbeit ist jedoch groß: „Damit erhalten wir nicht nur frisches Kapital, sondern gewinnen auch einen weiteren starken Partner an unserer Seite“, heißt es auf der Homepage von Sustainabill.

Entstanden ist das Start-ups als eine Ausgründung aus dem Wuppertal Institut, an dem viel zu Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit geforscht wird. Die entwickelte Software besteht aus einer Datenbank, in der Lieferanten und deren Vorlieferanten mit Basisinformationen und Zertfikaten eingetragen werden.

Selbstauskünfte plus Satellitendaten

Diese Selbstauskünfte will Sustainabill  kontrollieren – etwa durch Satellitendaten aus den An- oder Abbauregionen. „Wer seine komplette Lieferkette verbessern will, muss auch jedes Element in dieser Kette kennen, vom Rohstoffabbau bis zum finalen Produkt“, sagt Sustainabill-Chef Klaus Wiesen. Mindestens einen prominenten Kunden hat das Start-up schon überzeugen können: Zalando setzt die Software nach Angaben von Sustainabill ein.

Die GLS Bank mit Sitz in Bochum arbeitet sich seit einigen Jahren im Start-up-Umfeld vor. So hat das Institut im vergangenen Sommer ein neues Programm gestartet, um eine mögliche Frühphasenfinanzierung auch noch durch inhaltliche Unterstützung zu begleiten. Dafür kooperiert die Bank mit den Green Accelerator aus Freiburg.

2017 hatte die Bank zudem eine eigene Plattform eröffnet, über die Crowdinvestitionen in nachhaltig orientierte Start-ups erfolgen können. Das nun erfolgte direkte Investment sei jedoch das erste der GLS Bank, heißt es in einer Pressemitteilung.

Start-ups, die sich auf Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit oder soziale Veränderungen konzentrieren, haben häufig größere Schwierigkeiten, Risikokapital einzuwerben. Das zeigte auch eine kurz vor Weihnachten veröffentlichte Studie des Social Entrepreneurship Netzwerks Deutschland.