In seinen Ernährungsplänen findet sich deshalb fast immer auch Brokkoli: „Der wird völlig unterschätzt. Aber gerade zum Abnehmen ist es ein optimales Lebensmittel.“ Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW ergänzt: „Wir haben ganz tolle Lebensmittel hier vor Ort. In New York gilt beispielsweise unser Grünkohl als absolutes Superfood.“ Sie wirbt dafür, heimische Produkte zu konsumieren statt exotische Früchte und Samen zu importieren. Die hoch gelobten Chia-Samen hätten beispielsweise in etwa die gleichen Nährwerte wie der heimische Leinsamen. „Da können wir den Lateinamerikanern ihre Chia-Samen auch lassen“, sagt Clausen.

Allerdings findet sie den Begriff „Superfood“ an sich irreführend. „Er suggeriert, dass diese Lebensmittel mehr können als andere – und das stimmt einfach nicht“, sagt Clausen. Sogenannte Superfoods hätten zwar mehr von dem ein oder anderen Inhaltsstoff. „Aber wer sagt, dass es dafür auch einen Bedarf gibt?“ Deutschland sei kein Vitaminmangel-Land. Auch deshalb warnt die Verbraucherzentrale NRW Konsumenten davor, sich von Superfoods Gesundheitswunder zu erwarten: „Die Leute bewegen sich zu wenig, sie ernähren sich schlecht und hoffen, wenn sie ein Superfood-Pulver darauf streuen wird alles gut.“

Die Gründer versuchen auf diese Kritik einzugehen. Your Super Foods spendet in Zusammenarbeit mit der Aktion gegen Hunger für jeden verkauften Mix einen Energieriegel an mangelernährte Kinder. Die KoRo-Drogerie behilft sich in ihrer Werbung mit Sätzen wie: „Gerstengras kann das Risiko für Infektionen, Entzündungen und Krebs senken.“ Und Nicolaus Müller von Greenic entgegnet Kritikern, dass sich manches eben nicht wissenschaftlich nachweisen lässt. „Ich überlasse das Urteil meinen Kunden selbst: Wirkt es, oder wirkt es nicht?“